Mit neuen Ideen aus der Krise
Katholischer Frauenbund will Arbeit auf mehrere Schultern verteilen

Stellvertretende Bezirksvorsitzende Birgit Kainz zeigte, wie sie sich einen modernen Frauenbund vorstellt. Bild: fz
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Bechtsrieth
30.01.2016
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Der erhoffte Effekt, junge Frauen für den Katholischen Frauenbund und vor allem für Führungsaufgaben zu begeistern, stellte sich in einer Informationsveranstaltung im Pfarrheim nicht ein. Trotzdem war der Abend ein Erfolg, wenn das eintritt, was Christine Wittmann in Aussicht stellte. Die Gemeindereferentin der Weidener Pfarrei Herz Jesu schlug vor, nicht mehr alle Organisation einem Vorstand aufzubürden. Stattdessen solle die Arbeit - je nach Anlass - auf mehrere Schultern verteilt werden.

Hintergrund ist, dass der Frauenbund seit Oktober keinen neuen Vorstand hat, nachdem die bisherige Führung nicht mehr kandidiert hatte. 203 Einladungen zu einem Informationsabend sollten die Wende bringen. Stellvertretende Diözesanvorsitzende Birgit Kainz umriss die Vielfalt der Frauenbund-Aktivitäten. Sie nannte Bildung, Engagement, Spiritualität und Gemeinschaft sowie spezielle Angebote wie die "Junge-Frauen-Gruppe".

Die erhoffte Resonanz blieb jedoch aus. Unter 26 treuen Seelen, viele weit über 60, fand sich im Pfarrheim nur eine junge Frau als Nichtmitglied. Christine Wittmann hielt dagegen: "Wir müssen nicht die ganze Tradition mitschleppen und uns die alten Hüte aufsetzen mit einer Vorstandschaft, die für alles steht und alles organisieren muss."

Besser wäre es, wenn jemand einzelne Veranstaltungen betreut. Sie sei zum Beispiel bereit, in der Fastenzeit einen Bibelkreis zu organisieren, wenn dafür eine andere die Muttertagsfeier übernimmt oder das Kräuterbüschelbinden. "Jede kann sagen, ich würde das gerne mal machen, ohne dann fürs ganze Jahr eingespannt und festgenagelt zu sein." Sabine Zötzl konnte sich spontan vorstellen, dass sie die Kaffeestube beim Pfarrfest organisiert, ohne dann mit weiteren Aufgaben belastet zu werden. "Probieren wir es aus. Setzen wir uns für ein Jahr das Ziel. Dafür brauchen wir sechs bis acht Frauen mit eigenen Ideen, und schon hat man ein Jahresprogramm", ermunterte Wittmann zum Mitmachen.

Pfarrer begeistert


Um das zu präzisieren, ist am Mittwoch um 18.30 Uhr ein Treffen im Pfarrheim. Frauen, die sich für irgendeine Sache oder Veranstaltung einbringen wollen, sind willkommen. Alles ist unverbindlich, es wird kein Vorstand gewählt. Pfarrer Thomas Stohldreier hält Wittmanns Ansatz für "gigantisch".
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