Rossmarkt in Berching
Zugpferd Söder

Die Hamper und der Heimatminister: Markus Söder hält beim Rossmarkt in Berching zwei Pferde an der Trense. Bild: dpa
Vermischtes
Berching
03.02.2016
86
0

Nieselregen, prächtige Rösser und ein Versprechen des Heimatministers. Beim traditionellen Berchinger Rossmarkt sagt Söder den ländlichen Gemeinden seine Unterstützung zu.

Bei wenig winterlichen Bedingungen und Nieselregen sind am Mittwoch mehr als 100 prachtvoll geschmückte Pferde beim Berchinger Rossmarkt aufgetrieben worden.

"Schnee und Kälte wären uns lieber. Aber wir sind stolz, dass heuer wieder rund 20 000 Besucher zur Pferdeschau gekommen sind", sagte Bürgermeister Ludwig Eisenreich (CSU). Viele der etwa 60 Pferdehalter kommen seit Jahrzehnten zum größten bayerischen eintägigen Wintervolksfest ins oberpfälzische Berching, um stolz ihre Rösser zu präsentieren. Dafür erhalten sie pro Tier eine nach Rassen gestaffelte Auftriebsprämie.

Geld und Unterstützung


Das Zugpferd für die politische Kundgebung war heuer Heimatminister Markus Söder (CSU). Er sagte den Gemeinden im ländlichen Raum seine Unterstützung zu. "Wir stärken die Situation vor Ort und damit schaffen wir eine Möglichkeit, mit viel Geld und viel Unterstützung, dass der ländliche Raum Zukunftsregion wird, genau dieselben Chancen hat wie die Großstädte."

Finanzausgleich unfair


Söder erneuerte seine Kritik am Länderfinanzausgleich. Dies sei ein System, das in Europa nicht funktioniere. "In Griechenland bekommt man nur Geld von Europa gegen Reformen. Der deutsche Länderfinanzausgleich ist genau das Gegenteil. Dort bekommt man nur Geld, wenn man nix tut." Bayerisches Geld sei am besten in Bayern aufgehoben und nicht in Berlin, betonte Söder. Die Hauptattraktion waren aber auch in diesem Jahr die Pferde. Anton Keil aus Hemau (Kreis Regensburg) ist bereits das 30. Mal dabei.

"Seit 25 Jahren verkaufen wir keine Pferde mehr. Wir knüpfen aber Kontakte, um mit unseren Gespannen bei Volksfesten gebucht zu werden", sagte der 70-Jährige. Am Vortag hatte er seine beiden süddeutschen Kaltblutpferde Diamant und Medi gewaschen, ihre Mähnen geflochten und das Geschirr auf Hochglanz gewienert.

___



Weitere Informationen:

www.berching.de/rossmarkt

Berchinger RossmarktDer Berchinger Rossmarkt ist das größte eintägige Wintervolksfest in Bayern. Jedes Jahr kommen tausende Besucher in die oberpfälzische Stadt, um den Auftrieb von zahlreichen prachtvoll geschmückten Pferden und Gespannen zu bestaunen. Hunderte Schausteller, Händler und Geschäftsleute bieten dabei ihre Dienstleistungen an - von Haushaltswaren bis zur Rosswurst.

Die Traditionsveranstaltung geht auf eine alte Vorschrift zurück. Im Jahr 1722 erging in Berching ein Erlass, wonach Pferdebesitzer ihre Tiere für Gesundheitsuntersuchungen vorführen müssen. Damit sollten Seuchen vermieden werden. Eine ähnliche Vorschrift gab es zuvor bereits seit 1678.

Von 1926 an fand dann ein Pferde- und Fohlenmarkt in Berching statt - zunächst noch ein echter Rossmarkt. Heute werden keine Pferde oder Ponys mehr verkauft. Die Pferdebesitzer nehmen am Rossmarkt nur noch teil, um ihre Vierbeiner stolz zu präsentieren.

Mittlerweile ist der Rossmarkt auch wegen der politischen Kundgebungen mit hochrangigen Politikern - meist von der CSU - überregional bekannt.

Insbesondere die Reden von Franz Josef Strauß stießen auf großes Interesse. Der frühere bayerische Ministerpräsident war zwischen 1973 und 1984 fünfmal in Berching, bis heute ist kein anderer Hauptredner so oft beim Rossmarkt aufgetreten. 1998 kam sogar der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU). (dpa)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.