Angelika Wiesent pflegt einen ganz eigenen künstlerischen Stil
Von den Aborigines abgeschaut

Für die neue Saison auf dem Wunderhof haben (von links) Hausherrin Evi Steiner-Böhm, Stephan Böhm und Angelika Wiesent Werke beigesteuert, die in der Kunstgalerie ausgestellt sind. Bild: hfz
Kultur
Birgland
13.05.2016
82
0

Die Verbindung von Kunst und Natur ist das zentrale Thema auf dem Wunderhof in Eckertsfeld. Daran orientiert sich auch die neue Jahresausstellung, die jetzt zum ersten Mal zu sehen war. Drei Künstler haben dazu beigetragen.

Angelika Wiesent brachte Einzelstücke mit, Stephan Böhm präsentiert Grüße aus der Ferne, und Evi Steiner-Böhm konzentriert sich auf Naturmotive, die sie auf dem Wunderhof gefunden hat.

Während einer Ausbildung in Kunst- und Gestalttherapie lernte Angelika Wiesent den heilsamen Aspekt der künstlerischen Arbeit kennen. Ein Kalender mit australischer Kunst inspirierte sie vor einigen Jahren zu ihrem ganz persönlichen Stil, dem "Dot Painting".

Lange Zeit war es den Aborigines streng verboten, Symbole aus der Traumzeit darzustellen. Durch das Malen mit Punkten ließen sich jedoch Motive verschleiern, und die Ureinwohner entdeckten eine neue Möglichkeit, geheime Erzählungen aus der Traumzeit für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Angelika Wiesent hat es ihnen nachgemacht. Mit kleinen Punkten aus Acrylfarbe bemalt sie Steine aus ihrer Oberpfälzer Heimat und lässt sich dabei von dem jeweiligen Stein führen. "Der Stein sagt mir, womit ich ihn bemalen soll", schildert Wiesent im Gespräch. "Und er gibt mir auch den heilsamen Aspekt vor, den ich mit dem Stein weitergebe."

Langes Leben, Kraft, Stärke


So tragen ihre Steine Namen wie "langes Leben", "Kraft", "Stärke" "Anders Sein". Die kleinen Exemplare sind dabei als Handschmeichler oder Glücksbringer für schwierige Situation gedacht. Die großen Steine sollten einen gut sichtbaren Platz in der Wohnung finden, damit sich seine Betrachter von seiner Ausstrahlung inspirieren lassen können.

Neben Steinen finden sich aber auch viele weitere Naturgegenstände, die sie bearbeitet und zum großen Teil nur mit durchsichtigem Lack überzogen hat. Dadurch wird die kunstvolle Arbeit der Natur deutlich: Baumstämme, Wurzeln, Äste und Rindenstücke lassen den Betrachter fragen: Ist das Kunst oder Natur?

Auch der Fotograf Stephan Böhm lässt sich gerne von der Natur inspirieren. Beeindruckend die Bilderserie "Grüße aus der Pfalz". Ein geheimnisvoller, dunkelgrün bewaldeter Berg lässt erahnen, warum die Deutschen oft als schwermütig erlebt werden. Der Kontrast zu den heiteren Italienbildern könnte nicht größer sein. Die Lagune von Venedig, das zentrale Bild der zweiten Serie, ist geprägt von der Heiterkeit eines warmen Sommertags.

Wenn Boden zu heiß wird


Auch die "Grüße aus Marokko", die dritte Bilderserie lässt Urlaubsstimmung aufkommen. Ziegen, die auf einem Baum stehen, lassen den Betrachter schmunzeln ob der Findigkeit dieser gewandten Tiere, denen der Boden unter den Füßen sprichwörtlich zu heiß geworden ist.

Hausherrin Evi Steiner-Böhm ließ sich von den zarten Blumen und Schmetterlingen verzaubern, die den Wunderhof bewohnen. Mohnblumen, Margeriten, Leberblümchen oder Tagpfauenauge hat sie auf Papier und Leinwand gebannt. Die Besonderheit bei ihren Arbeiten ist, dass sie Kunstdrucke von ihren Originalen anfertigen lässt, die sie per Hand nachbearbeitet. So gibt es ihre Motive in ganz klein oder ganz groß, auf allen möglichen Materialien. Seit 2016 ist ihre Kunst damit auch als eingetragene Marke beim deutschen Marken- und Patentamt registriert.

Die Ausstellung ist an allen Sonn- und Feiertagen während der Öffnungszeiten des Wunderhof-Cafés, jeweils 14 bis 18 Uhr, zu besuchen. Der Eintritt ist frei. Weitere Informationen unter www.wunderhof.de.
Der Stein sagt mir, womit ich ihn bemalen soll.Angelika Wiesent
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.