Collegium Musicum Hersbruck, Kirchenchor Fürnried, Gesangsverein Alfeld und Solisten wirken mit
Passionssingen hinterlässt ergriffenes Publikum

Das Collegium Musicum Hersbruck, der Kirchenchor Fürnried und der Gesangsverein Alfeld 1852 gaben unter der Gesamtleitung von Susanne Pflaumer ein Passionskonzert, das die Zuhörer mit Spannung und Gefühl in seinen Bann zog. Bilder: Eichhorn (2)
Kultur
Birgland
16.03.2016
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Das Publikum war ergriffen. So sehr, dass es gar nicht sofort seinen Beifall spendete. Es lauschte erst andächtig und respektvoll den letzten Tönen nach, bevor der überwältigende Applaus ausbrach. Er galt einem besonderen Passionssingen in Fürnried.

Fürnried. In der Kirche St. Willibald gab das Collegium Musicum Hersbruck mit dem Kirchenchor Fürnried und dem Gesangsverein Alfeld 1852 dieses Konzert unter der Gesamtleitung von Susanne Pflaumer. Das künstlerisch gestaltete Programm bot Chorwerke von Heinrich Schütz, Felix Mendelssohn-Bartholdy, Christian Heinrich Rincke und Franz Schubert. Vokalsolisten waren Bianca Kölbel und Daniela Kohl-Czertzick (Soprane), Michael Ruf (Tenor) und Wolfgang Pöhner (Bass). An der Orgel saß Johannes Raab.

Mit einem farbig registrierten, frühbarocken Praeludium e-Moll von Nikolaus Bruhns (1665-97), einem Schüler von Dietrich Buxtehude, leitete der Organist den gut besuchten Auftritt festlich ein. Beide Chöre aus Fürnried und Alfeld, zu einem harmonischen Klangkörper integriert, gestalteten die fünfstimmige Motette "Also hat Gott die Welt geliebt" von Heinrich Schütz (1585-1672). In einem dem Wort untergeordneten chorischen Flächenklang erlebten die Zuhörer die Vielstimmigkeit der melodischen Harmonik.

In zwei geistlichen Konzerten, auch von Schütz, brillierten Michael Ruf und Wolfgang Pöhner mit zweistimmigen Koloraturen plus Orgel. Einem Engelsgesang mit "Hebe deine Augen auf" für Frauenchor aus "Elias" von Felix Mendelssohn-Bartholdy (1809-47) glichen die transparenten Stimmen und eine in ernstem Moll musizierte Choralkantate "Wer nur den Lieben Gott lässt walten", die Daniela Kohl-Czertzick mit sanfter Intonation krönte.

Bei zwei Wiederholungen mit feierlich langen Notenschlüssen umspielten die Sopranistin zwei Violinen, Bratsche und Cello. Es folgte eine Motette a-cappella für Männerchor, op.112,2 "Deine Güte, Herr, sei über uns" von Christian Heinrich Rinck (1770-1846). Klingende Konsonanten und versetzte Einsätze ergaben ein expressives Tongemälde.

Die sehr anspruchsvolle Messe in G (D 167) von Franz Schubert (1797-1828) erklang exzellent für Soli, Chor, Streicher und Orgel. Hatte doch die Sopranistin Bianca Kölbel mit Bravour in extremen Höhen zu singen. Inbrünstig flehend gestaltete sie das "Kyrie"; freudig bewegt war das Gloria mit Chor, Streichern und drei Solisten. Überzeugend auch das Credo und feierlich mit einem Solisten-Terzett das Sanctus Benedictus. Mit Zwischenspielen und einem ergreifenden Bass-Solo von Wolfgang Pöhner endete das Agnus Dei. Nach dem Schlussapplaus freuten sich Pflaumer und die Solisten über Rosen.
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