Groß und scharf

Nachwuchsfotograf Stephan Böhm geht mit Rockmusikern gerne auf Tuchfühlung. Allerdings rückt er diesen nur mit seiner Linse auf die Pelle. Einige seiner Werke sind derzeit im Wunderhof zu sehen. Bild: hfz
Kultur
Birgland
20.05.2015
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Bodybuilder und rockige Bassisten neben demonstrierenden Friedensaktivisten: Die Ausstellung des Nachwuchsfotografen Stephan Böhm im Wunderhof wartet mit einer ungewöhnlichen Konzeption auf.

Die Kunstgalerie im Wunderhof in Eckerstfeld zeigt noch bis 4. Juli die Fotoausstellung "Starke Persönlichkeiten - von Bodybuildern und Bandleadern" des Nachwuchsfotografen Stephan Böhm. Eine ungewöhnliche Ausstellungskonzeption mit nur wenigen großformatigen Arbeiten, die nicht an den Wänden, sondern im Raum hängen, zieht die Besucher in ihren Bann. Böhm studiert Kommunikationsdesign an der Hochschule Mainz. Fotografien von Menschen, in denen sich der Betrachter wieder erkennt, sind für die Kommunikation, die Übermittlung von Botschaften, das wichtigste Mittel.

Unverfälschte Emotion

Als Böhm 2012 begann, sich mit der Fotografie zu beschäftigen, reizten ihn besonders Menschen als Motiv. Sie bei ihrem Tun zu beobachten und in Momenten unverfälschter Emotion im Bild festzuhalten, war dabei ebenso sein Anspruch, wie höchste technische Perfektion. Er beschäftigte sich intensiv mit analoger und digitaler Fotografie und entwickelte ein ausgefeiltes System, um sicherzustellen, dass auch bei starken Vergrößerungen, die Bilder gestochen scharf und farbig korrekt dargestellt werden.

Eindrucksvoll ist schon das erste Motiv, das beim Betreten sofort ins Auge fällt. Der Bassist einer Rockband, der, völlig vertieft in seine Musik, alles um sich herum vergisst. Ihm gegenüber eine Bühne, auf der eine Band sich für ihr Publikum verausgabt. Dann ein Selbstporträt in Schwarz-Weiß, hier ist Böhm ausnahmsweise selbst der Fotografierte.

Mit Friedensfahne

Auf zwei Bodybuilder fällt als nächstes der Blick. Hochkonzentriert, am Limit ihrer Kraft, und dadurch ungeheuer stark. Zwei weitere Musiker, überlebensgroß - dann plötzlich eine ganz andere Stimmung. Ein junger Mann blickt den Betrachter zärtlich an.

Beim Hinausgehen noch ein Perspektivwechsel. Aus einer Demonstration tauchen zwei Männer, getragen von vielen anderen, mit einer Friedensfahne in der Hand auf.

Die Ausstellungskonzeption, mit nur wenigen großformatigen Leinwänden die zur Kunstgalerie umgebaute Scheune im Wunderhof in mehrere Erlebnisräume zu unterteilen, geht auf. Von jedem Standpunkt der Ausstellung kommen dem Betrachter die Bilder entgegen, formieren sich zu unterschiedlichen Gruppen und ziehen ihn mit ins Geschehen. Die Ausstellung im Wunderhof ist bis 4. Juli an Sonn- und Feiertagen von 14-18 Uhr geöffnet.

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Weitere Informationen im Internet:

http://www.wunderhof.de und http://www.shadowofsun.de
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