Zweite Autobahn fürs Birgland

Inmitten der Gemeinderäte und Gäste halten (von links) Staatssekretär Albert Füracker, Landtagsabgeordneter Reinhold Strobl, Bürgermeisterin Brigitte Bachmann, Landtagsabgeordneter Dr. Harald Schwartz, Hardy Barth und Christian Brandl den Schalthebel für das Breitbandnetz in den Händen. Bild: fm
Lokales
Birgland
02.10.2015
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Die Birgländer sind an die A 6 gewohnt und sind froh, an dieser überregionalen Verkehrsader zu liegen. Jetzt bekommen sie die Anschlussstelle an eine zweite Autobahn. Darauf sind aber keine Autos und Lastwagen unterwegs.

Als das Förderprogramm der Staatsregierung zur Breitbanderschließung im ländlichen Bereich vor zwei Jahren aufgelegt wurde, gehörte die Gemeinde Birgland zu den ersten Antragstellern. "Wir liefen Gefahr, ansässige Gewerbebetriebe zu verlieren", erinnerte sich Bürgermeisterin Brigitte Bachmann bei der Begrüßung der Gäste zum Start ins schnelle Internet.

Altbürgermeister Herbert Steinmetz, sie selbst und der Breitbandpate Hardy Barth hätten alle Hebel bei den Behörden in Bewegung gesetzt. Als Planer und Netzbetreiber nahmen sie die Firma Brandl-Services aus Neumarkt ins Boot. Nach den Vorarbeiten lag dann heuer im Frühjahr der Förderbescheid für den ersten Abschnitt in der Post. Er lautete auf 760 000 Euro. Aus der eigenen Kasse steuert die Gemeinde 190 000 Euro zum Bauvolumen von einer knappen Million bei. Der Gemeinderat habe das als notwendige Strukturmaßnahme mitgetragen. In knapp vier Monaten habe die Egon Kabelbau GmbH aus Reichertshofen die Glasfaserkabel verlegt.

Zwei Drittel sind am Netz

Der Staatssekretär im Finanz- und Heimatministerium, Albert Füracker, legte Hand an den Hebel, um den Datenzugang für rund zwei Drittel der Haushalte sowie die meisten Betriebe im Birgland symbolisch freizuschalten. Die dünne Besiedlung mit 42 Orten bezeichnete er als eine echte Herausforderung beim Breitbandausbau. Sie sei lobenswert gemeistert worden. "Bayern nimmt mit dem Fördervolumen von 1,5 Milliarden Euro einen Spitzenplatz bei der Erschließung mit schnellem Internet ein", betonte Füracker.

Eine eigene Behörde, das Bayerische Breitbandzentrum, sei in Amberg angesiedelt worden. Ihr Leiter Gerhard Baumer und sein Team bearbeiteten die Anträge. Das Programm solle bis 2018 die möglichst flächendeckende Datenversorgung sicherstellen.

"Es ist sehr erfreulich, dass man den Erfolg der vom Landtag bereitgestellten Mittel direkt miterleben kann", betonten die Landtagsabgeordneten Dr. Harald Schwartz (CSU) und Reinhold Strobl (SPD). Der Mut und das Anpacken der Gemeinde sei anerkennenswert.

Eine nicht unerhebliche Erleichterung und Kosteneinsparung habe die Firma Flemma, Betreiber des Windparks Illschwang, ermöglicht. Bei der Verlegung der Steuerungsanschlüsse für ihre fünf Windräder durch das Birgländer Gemeindegebiet hatte sie noch Platz für das Glasfaserkabel. Sie gestattete die kostenlose Nutzung, wie ihr Vertreter Ludwig Fürst sagte.

Als letzter Redner betonte Hardy Barth die unbedingte Notwendigkeit der Maßnahme. "Größere komplizierte Daten mussten wir bis Frankfurt fahren, da das Netz einfach nicht dazu in der Lage war", erklärte er. Und fügte hinzu: "Alle gewerblichen Anschließer atmen jetzt auf, denn die Teilhabe am Wirtschaftsleben ist einfach phänomenal geworden."

Zweiten Abschnitt im Auge

Stellenweise galt es, schwierige Bodenverhältnisse zu meistern. Anhand einer Karte konnten die Gäste den Aufbau des Anschlussnetzes mit den Knotenpunkten nachvollziehen. Die Bürgermeisterin hat, wie sie erklärte, aber "schon den zweiten Abschnitt im Auge, um auch die Nebenorte ans Netz zu bringen".

Mit einem Empfang in den Räumen der Firma Hardy Barth GmbH und einem regen Informationssaustausch klang die Feier aus.
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