Einige Birgland-Gemeindderäte fühlten sich überrumpelt
Entscheidung über Kinderkrippe fällt im Januar

Politik
Birgland
29.12.2015
54
0

Eine zusätzliche Krippe im Kindergarten Villa Kunterbunt in Schwend bietet Familien einen Anreiz, sich im Birgland anzusiedeln. Das glauben die einen. Andere sorgen sich dagegen um die Zukunft des Kindergartens Kükennest in Fürnried.

/Ödhaag. Unterschiedliche Meinungen herrschten im Gemeinderat, als der im Gasthaus Halk (Waldlust) über den Ausbau des Kindergartens in Schwend sprach. Mit der Entscheidung darüber lässt er sich noch Zeit. Keinen Zweifel gab es dagegen am Nein zur Auflösung der Mittelschule in Illschwang, wie sie die Regierung der Oberpfalz ab dem Schuljahr 2016/2017 anstrebt.

Bis 70 Prozent Förderung


Für eine weitere Kinderkrippe in der Villa Kunterbunt sei eine staatliche Förderung bis zu 70 Prozent möglich, schilderte Architekt Michael Flierl. Zusammen mit Andreas Harth stellte er Details vor. Bevor aber ein Förderantrag bei der Regierung der Oberpfalz gestellt werden könne, sei ein Beschluss des Gemeinderates erforderlich, eine solche Baumaßnahme anzupacken. Die Gesamtkosten würden rund 350 000 Euro, mit einer energetischen Sanierung 430 000 Euro betragen, schätzten die Architekten.

"Wenn der Kindergarten mit einer weiteren Kinderkrippe ausgestattet wird, erhöht sich die Attraktivität der Gemeinde für Familien", betonte die Bürgermeisterin Brigitte Bachmann. Skeptiker verwiesen dagegen auf eine Umfrage, bei der nur wenige Eltern ihr Interesse daran geäußert hätten. Ebenfalls befürchteten einige Räte negative Folgen für die Belegung des Kindergartens in Fürnried.

Dies sei nicht der Fall, denn jeder Kindergarten sei selbstständig, zerstreute Pfarrer Andreas Utzat diese Bedenken. Außerdem sei es allen Eltern freigestellt, in welchem Kindergarten sie ihre Kinder unterbringen.

Beengte Räumlichkeiten


Vehement sprach sich die Leiterin des Kindergartens Villa Kunterbunt in Schwend, Gisela Herbst-Schötz, für den Ausbau aus. Er liege im Interesse der Kinder und des Personals, denn die beengten Räumlichkeiten würden damit verbessert.

Da sich einige Gemeinderäte überrumpelt fühlten und Bedenkzeit verlangten, wurde die Abstimmung vertagt. Bei einer Sondersitzung im Januar 2016 soll die Angelegenheit beraten und entschieden werden.

Einstimmig segneten die Räte die Widmung eines Trauraums im Rathaus in Schwend ab. Genauso befürworteten sie die Mitgliedschaft in der Infrastruktur Amberg-Sulzbach GmbH (InAS). In dieser Gesellschaft besitze jede Gemeinde, unabhängig von der Einwohnerzahl, eine Stimme, sagte die Bürgermeisterin Brigitte Bachmann. Die Beteiligung koste weniger als bei anderen derartigen Zusammenschlüssen, da der Geschäftsführer ehrenamtlich tätig sei.

Keine Zustimmung erteilte der Gemeinderat zur Auflösung der Mittelschule Illschwang durch die Regierung der Oberpfalz ab dem Schuljahr 2016/2017.

BauanträgeOhne viele Worte winkte der Gemeinderat das Vorhaben von Harry Fischer durch, in Leinhof eine Holzlege mit einem Geräteraum zu errichten. Auch dem Wunsch von Antje und Daniel Kohl aus Fürnried, das Dachgeschoss ihres Wohnhauses auszubauen, stehe nichts im Weg, teilte der Bauausschussvorsitzende Erhard Nitzbon mit. Dieser Auffassung schloss sich der Gemeinderat an. Er stimmte auch dem Abriss eines leerstehenden Gebäudes in Schwend zu. Sollte die Pläne für einen Holzlagerplatz im Bereich Eckeltshof verwirklicht werden, beteiligt sich die Gemeinde Birgland nicht an den Kosten für den Wegebau, lautete ein weiterer Beschluss. (bt)
Wenn der Kindergarten mit einer weiteren Kinderkrippe ausgestattet wird, erhöht sich die Attraktivität der Gemeinde für Familien.Bürgermeisterin Brigitte Bachmann
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.