Was wird aus Raiffeisengebäude?
Chance bleibt in Warteschleife

Die Zukunft des früheren Raiffeisengebäudes beschäftigte auch schon Landes- und Bundespolitiker. Das Bild zeigt Bundestagsabgeordneten Alois Karl (links) und Harald Schwartz (Landtag) mit Bürgermeisterin Brigitte Bachmann (Mitte) bei einem Ortstermin in Schwend. Archivbild: fm
Politik
Birgland
20.06.2016
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Wird das ehemalige Raiffeisengebäude zu einem Bürgerhaus oder bleibt es bei Amtsräumen? Die Front geht quer durch den Gemeinderat, was am besten wäre - und was finanziell tragbar ist. Die ursprüngliche Planung soll nochmals überprüft und mit allen Beteiligten beraten werden.

Schwend. (fm) Bürgermeisterin Brigitte Bachmann (SPD) brennt die Zukunft des von der Gemeinde erworbenen Gebäudes auf den Nägeln. Vereine, Gruppen und Kirche würden ein Bürgerhaus mit Leben füllen. Nun geht es um eine staatliche Förderung namens "Dorferneuerung - Lokale Basisdienstleistungen". Nach der Vorplanung und der per Antrag eingeholten Auskunft des Amts für Ländliche Entwicklung ist laut Bachmann ein Bürgerhaus machbar.

Kosten von 612 000 Euro


Doch es geht um Fristen - für eine Berücksichtigung müssten Pläne und Finanzierung bis September stehen, um für 2017 an das Geld zu kommen. Die bisherigen Schätzungen gehen von Kosten in Höhe von 612 000 Euro aus, davon sind laut der Bürgermeisterin, die von einer einmaligen Chance sprach, 482 000 Euro förderfähig. Erhard Nitzbon, Vorsitzender des Bauausschusses, rechnete vor und warnte, dass trotz des Zuschusses von 241 000 Euro eine untragbare Belastung auf die Gemeinde zukäme. Das sorgte auch bei anderen Räten für Sorgenfalten. Ein Vorschlag lautete, alles zu überdenken und ein Jahr zuzuwarten. Eine zweite Variante wäre der Abbruch des Lagerhausteils. Ein Neubau wäre sinnvoller als ein Um- und Ausbau, hieß es dazu. Die Räte waren sich auch nicht einig, wie groß ein Bürgerhaus werden müsste und wie es genutzt werden sollte.

Kirche eventuell dabei


Pfarrer Andreas Utzat äußerte sich aus Sicht der Kirche. Es sei beabsichtigt, das Gemeindehaus in Schwend zu veräußern. Dann könne man sich eine Beteiligung am Bürgerhaus vorstellen. Es sei derzeit alles im Fluss, konkrete Angaben seien nicht möglich. Für Erhard Nitzbon war der Fall klar: Zu viele Fragen seien offen, zu viele Positionen ungeklärt und eine Entscheidung über Planänderungen daher aus seiner Sicht nicht geboten.

Die Bürgermeisterin blieb bei ihrer Linie. Sie wolle nicht aufgeben, sondern durch eine neue Planung eine tragbare finanzielle Grundlage schaffen und die Chance wahren, "ein lebendiges Bürgerhaus" zu schaffen. Das Gremium entschied sich mehrheitlich dafür, das Vorhaben Bürgerhaus nicht zu den Akten zu legen und einen Architekten einzuschalten, der die Vorschläge der Gemeinde in Schwend berücksichtigen soll.

Aus der Sitzung des Birgländer GemeinderatsDie Anbringung von Werbe-Logos am Gebäude von Sebastian Zeisig wurde ebenso genehmigt wie der Tekturplan von Winfried Schmid für einen Milchvieh-Laufstall. Auch gegen den Neubau eines Wohnhauses von Sven und Christina Hirschinger in Poppberg gab es keine Einwände.

Die Gemeinderäte vertraten in der Sitzung zudem die Auffassung, dass der Umbau und die Nutzungsänderung des alten Schulhauses mit Turnhalle von Harald und Karin Fruth Schwend dieses aufwerte.

Die wasserrechtliche Erlaubnis für die Pflanzenkläranlage Leinhof läuft ab. Der Gemeinderat will das Amberger Ingenieurbüro Seuss mit den Antragsunterlagen für die Verlängerung beauftragen. Für die teilweise Erneuerung der Schwender Friedhofsmauer liegt ein Kostenvoranschlag (4200 Euro) vor. Mit den Arbeiten soll in Kürze begonnen werden.

In diesem Bereich befänden sich auch Stolperfallen im Gehweg: Die Reparatur soll der Bauhof übernehmen. Gemeinderat Jochen Kellner-Bodendörfer (Bürgerblock) schaltete sich an dieser Stelle der Sitzung mit dem Hinweis ein, dass auch auf dem Fürnrieder Friedhof vergleichbare Schäden vorhanden seien. Dies werden nun mit ausgebessert.

Für das Auffüllen von Löchern in Gemeindestraßen sind im Haushalt 20 000 Euro einkalkuliert. Vorgesehen sind die Straßen zwischen Eckertsfeld und Reichenunholden sowie zwischen Fürnried und Troßalter. Die Gemeinderäte stimmten dem jeweils ohne Einwände zu.

Befürwortet wurde auch die Umstellung von 57 alten Leuchten auf die LED-Technik. Die Kosten belaufen sich auf rund 25 000 Euro.

Im Infoteil berichtete Bürgermeisterin Brigitte Bachmann von der neuen Buslinie zwischen Schwend und Neumarkt, die an Wochentagen früh und mittags genutzt werden kann. Ein weiterer Punkt rundete die Tagesordnung ab: Die Dorfgemeinschaft will die kaputten Bordsteine in Betzenberg selbst reparieren. Die Gemeinde stellt das Material. (fm)
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