Musikalisch-kulinarische Wanderung mit Dekanatskantor Gerd Hennecke
Was hinter dem Rückpositiv steckt

22 Musik- und Wanderfreunde brachen mit Dekanatskantor Gerd Hennecke (Zweiter von rechts) auf, die Orgeln in Fürnried und Schwend zu hören. Zwischendurch genossen sie die Angebote der Birgland-Gastronomie zu Mittag und zur Kaffeezeit. Bild: gac
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Birgland
22.06.2016
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Schwend. "Denn wir haben hier keine bleibende Statt ..." wählte Dekanatskantor Gerd Hennecke als Motto einer musikalisch-kulinarischen Wanderung durchs Birgland. 22 Teilnehmer folgten ihm auf dem Weg von Fürnried nach Schwend.

In der Simultankirche St. Willibald in Fürnried stellte Hennecke die 2009 runderneuerte Orgel vor. Zwei kurze Stücke aus Frührenaissance und Barock brachten das bei der Renovierung neu eingebaute Posaunenregister und die Register im Rückpositiv schön zur Geltung.

Das Rückpositiv ist eine Besonderheit der Fürnrieder Orgel: In der Brüstung der Orgelempore ist ein Gehäuse mit zusätzlichen Pfeifen angebracht, die für den Zuhörer im Kirchenschiff "vorne" und dadurch sehr präsent sind. Die erstaunliche Klangmächtigkeit des relativ kleinen Instruments demonstrierte Hennecke dann mit Max Regers Choralphantasie "Ein feste Burg".

Von Fürnried ging es bergauf durch blühende Wiesen und nach Schwammerln duftende Wälder nach Poppberg. Gerade rechtzeitig für die Mittagspause im Gasthof Zum Schloss rissen die Wolken auf, so dass die Orgelwanderer ihre Brotzeit auf der Terrasse genießen konnten. Danach ging es abwärts nach Riedelhof, wo die Musik- und Wanderfreunde im Garten des Landgasthofs Grötsch zu Kaffee und Kuchen einkehrten.

Die evangelische Christuskirche in Schwend ist ein Nachkriegsbau, äußerlich allerdings im ländlichen Dorfkirchenstil gestaltet. Die Orgel ist erst in den 70er Jahren eingebaut und ebenfalls 2009 grundgereinigt und neu intoniert worden. Auf diesem Instrument spielte Hennecke zunächst die von Johann Gottfried Walther, einem Vetter Johann Sebastian Bachs, komponierte Orgelfassung eines Konzerts von Vivaldi. Dabei konnte die Orgel ihren orchestralen Charakter bestens zur Geltung bringen. Danach hörten die Teilnehmer eine Choralbearbeitung vom Altmeister Johann Sebastian Bach selbst. Zum Schluss erfreute Hennecke mit den "Mozart Changes" des Ungarn Zsolt Gárdony. Dieses Stück zeigt, wie aus Mozart mit ganz kleinen Tonverschiebungen plötzlich Jazz wird: Ein heiterer Abschluss mit Augenzwinkern.
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