Thomas Koller hat es in den Ingenieurwissenschaften weit gebracht
Rothsricht feiert seinen Doktor

Thomas Koller hält den Doktorhut in den Händen, den ihm seine Studienkollegen verehrten. Sitzend von links seine Eltern Gerhard und Gertraud Koller sowie Freundin Mai, hinten von links zwei Mitarbeiter des SAOT und Professor Dr.-Ing. Andreas Paul Fröba, von rechts der Organisator der Feier, Markus Leipold, Bruder Christian Koller und Feuerwehr-Vorsitzender Uli Mosburger und Dr.-Ing. Michael Rausch. Bild: no
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Birgland
12.10.2016
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Ein nicht alltägliches Ereignis gab es am Sonntag in Rothsricht. Nachbarn, Freunde und die Verwandtschaft gratulierten Thomas Koller zu seinem Doktortitel, den er in den Ingenieurwissenschaften abgelegt hat. Nur einer wusste vorher nichts davon.

Rothsricht. Früher gab es an vielen Hochschulen den Brauch, nach der erfolgreichen Promotion einen Doktorhut zu verleihen. Für Thomas Koller wurde der Brauch Ende September 2016 an der Technischen Fakultät der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen/Nürnberg wieder lebendig. Kollegen überreichten ihm bei einer Feierstunde einen selbstgebastelten Doktorhut, der seine Arbeit reflektiert.

Empfang mit Weißwürsten


Völlig überrascht zeigte sich Koller, als er in Rothsricht eintraf. Eine große Gästeschar erwartete ihn zum Weißwurstfrühschoppen. Sein Cousin Markus Leipold und dessen Frau Regina hatten das Fest vorbereitet. Bei der Planung unterstützte sie Kollers Freundin Mai.

Eingeladen hatten sie den Doktorvater Professor Dr.-Ing. Andreas Paul Fröba, Leiter der Arbeitseinheit Thermophysikalische Eigenschaften an der Erlangen Graduate School in Advanced Optical Technologies (SAOT). Begleitet wurde er von seinem Kollegen Dr.-Ing. Michael Rausch und einigen weiteren Mitarbeitern.

An der SAOT hatte Diplomingenieur Thomas Koller, neben seiner Tätigkeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter, in den vergangenen fünf Jahren seine Doktorarbeit geschrieben. Er beschäftigte sich mit der Bestimmung thermophysikalischer Eigenschaften für die Verfahrens- und Energietechnik. Kollers Schwerpunkt war dabei die molekulare Simulation von Stoffeigenschaften.

Bei der Arbeitseinheit von Professor Fröba handelt es sich um ein internationales Forscherteam mit zwölf wissenschaftlichen Mitarbeitern, das weltweit vernetzt ist. Ausgewiesene Experten pflegen auf dem Gebiet der Stoffdatenforschung eine interdisziplinäre Zusammenarbeit.

Diplomarbeit mit 1,0


Thomas Koller studierte an der Universität Erlangen/Nürnberg Chemie- und Bioingenieurwesen. Sein Spezialgebiet fand er in der technischen Thermodynamik. Für seine Diplomarbeit, die er 2011 mit der Note 1,0 abschloss, bekam er einige Auszeichnungen. Der Dachverband der Chemieingenieure, die deutschlandweit organisiert sind, verlieh ihm 2012 den Dechema-Studentenpreis, und im gleichen Jahr folgte noch der VDI-Preis.

Mit großer Empathie


Seit fünf Jahren ist Thomas Koller an der SAOT beschäftigt. Er zeige sich stets offen für alles Neue in seinem wissenschaftlichen Fachgebiet, bescheinigt sein Doktorvater: "Er konnte sich gleichzeitig auf mehrere Sachen fokussieren, ohne dass darunter die Qualität seiner Arbeit litt." Koller sei mit großer Empathie ausgestattet; ein offener, sehr zugänglicher und kollegialer Mitarbeiter. Fröba freute sich, dass Koller seiner Arbeitseinheit vorerst erhalten bleibt.

Dr. Michael Rausch, ein Freund und Kollege, erläuterte die Besonderheiten des Doktorhuts. Darauf befinden sich unterschiedliche Symbole, die auf Begebenheiten in den vergangenen fünf Jahren verweisen; der Zeit, in der Koller seine Doktorarbeit verfasste.

Die Rothsrichter freuen sich, dass Thomas Koller nach wie vor mit ihnen freundschaftlich verbunden ist und gerne zurück zu seinen Wurzeln kommt. Der Vorsitzende der Feuerwehr Sunzendorf, Uli Mosburger, nannte die zweitägige Bergwandertour, die er heuer wieder organisiert hat. Vor einigen Jahren spielte der neue Doktor der Ingenieurwissenschaften beim SV Illschwang leidenschaftlich gern Fußball. Dieses Hobby musste er nach zwei schweren Verletzungen aufgeben.

Koller hob in seinen Dankesworten seine Eltern, seinen Bruder und ganz besonders seine Freundin hervor, die ihn bei der Erreichung des Ziels bestens unterstützt hatten. Die Feier in Rothsricht sei für ihn eine beeindruckende Erfahrung gewesen.
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