Urzeitbahnhof Hartmannshof zeigt Geschichte der Burgruine Lichtenegg
Gelungener Ausflug in die Oberpfalz

Bei der Arbeit an der Ausstellung griff Kurator Werner Sörgel (links) auf die Unterstützung des Historikers Robert Giersch (Dritter von rechts) zurück. Der Vorsitzende des Fördervereins Hunas, Kurt Tausendpfund (Zweiter von rechts), freute sich über das Projekt im Urzeitmuseum Hartmannshof. Bild: fm
Vermischtes
Birgland
15.03.2016
67
1

Eine kleine Anleihe darf es schon sein, wenn das Objekt fast in Sichtweite liegt. So schlägt die Präsentation der Geschichte der Burg Lichtenegg im Urzeitmuseum eine Brücke in die nahe Oberpfalz. Den Anlass bietet der 700. Geburtstag von Kaiser Karl IV., dem die Burg einmal gehörte.

Hartmannshof. Auf dem Burgberg in Lichtenegg schaut der Wanderer weit über das oberpfälzisch-fränkische Hügelland. Es bleibt offen, ob Museumskurator Werner Sörgel dort oben stand, als er die Idee zu diesem Ausstellungsprojekt hatte. Jedenfalls stürzte er sich mit seiner Frau in die Suche nach historischen Quellen und bekam dabei die Schützenhilfe des Historikers Robert Giersch. Alte Schriften aus den Archiven ergänzen die Fundstücke, die bei der Restaurierung der Ruine vor einigen Jahren ans Licht kamen.

Zur Eröffnung der Sonderausstellung fanden sich Gäste aus Wissenschaft und Politik ein, Kurt Tausendpfund, der Vorsitzende des Fördervereins Hunas, sprach von einem wichtigen Anlass für das Museum. Die Schilderung der Hintergründe überließ er Kurator und Kreisheimatpfleger Werner Sörgel.

Material zur Burggeschichte gab es bereits. Bei seiner Aufbereitung für die Schautafeln halfen der Historiker Robert Giersch und der Förderverein Hunas. Grabungsfunde sind in Vitrinen zu sehen.

Pommelsbrunns Bürgermeister Jörg Fritsch beglückwünschte zum "gelungenen Ausflug" in die nahe Oberpfalz. "Der Aufwand hat sich gelohnt, das Urzeitmuseum ist um eine Attraktion reicher", befand er. Die Gemeinde sei stolz auf ihre drei Museen. So werde der Tourismus gefördert, für den die Kommune derzeit ein Wanderleitsystem vorbereitet.

Quasi als "Burgherrin" von Lichtenegg war auch Birgland-Bürgermeisterin Brigitte Bachmann gekommen. Sie sah in der Ausstellung eine weitere Möglichkeit für den fränkischen Raum, das Birgland zu entdecken. Die Trennung durch die Bezirksgrenzen solle durch eine Gemeinschaft der Kommunen auf dem geschichtlichen Gebiet aufgehoben werden.

Ihre Verbundenheit zu Museum und Ausstellung zeigten 2. Vorsitzender Professor Dr. Ludwig Reisch, etliche Gemeinderäte und eine Lichtenegger Abordnung.

Zwei Mal in Schutt und AscheEntstanden sein dürfte die Burg Lichtenegg im 12. Jahrhundert. Ihre Verpfändung an Kaiser Karl IV. ist für das Jahr 1353 dokumentiert. 1374 ging sie an den Bayernherzog Otto V. über. Den häufigen Wechsel ihrer Lehensherren beendete die Zerstörung um 1430.

Gut 130 Jahre später baute der pfälzische Regierungsrat Sebastian Sedlmayer das Gemäuer wieder auf. Es dauerte dann allerdings nur anderthalb Jahrzehnte, bis ein Blitzschlag und ein anschließender Brand die Burg wiederum in Schutt und Asche legten.

Ihre Reste, zuletzt im Besitz der Grafen von Preysing, verfielen weiter, bis der Lichtenegger Hans Seitz 1998 einen Förderverein gründete. Seitz - er war bei der Ausstellungseröffnung dabei - und seinen Helfern gelang es, die Ruine mit viel eigenem Einsatz und Mitteln des Denkmalschutzes zu erhalten. (fm)
1 Kommentar
6
Dr. Heinz Leisering aus Weigendorf | 19.07.2016 | 09:37  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.