Barbara-Feier zum Patrozinium
Humorvolle Heilige

Buchautor Oskar Duschinger (links) ließ die Erinnerungen von Georg Ellert wieder aufleben. Die Kistl-Musikanten (im Hintergrund) aus Pfreimd sorgten für die Musik. Bilder: sir (3)
Kultur
Bodenwöhr
09.12.2015
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Als Hl. Barbara tauchte Ingrid Schieder in die jüngste Geschichte der Hammerseegemeinde ein.

Ein Barbara-Relief ziert das Bodenwöhrer Pfarrheim, eine Figur der Heiligen findet sich auch in der Pfarrkirche. Der "Ring der Eisenzeit" nutzte das Patroziniumsfest, um auch mit Humor die Patronin der Bergleute zu feiern.

Pfarrer Johann Trescher zelebrierte am Sonntag den Patroziniums-Gottesdienst feierte. Danach ließen Böllerschüsse die Bevölkerung aufhorchen: Salut zu Ehren der Hl. Barbara. Im Pfarrheim bei der weltlichen Barbara-Feier spielten die Kistl-Musikanten aus Pfreimd zünftig auf. Dann richtete sich der Blick auf "Hüttenwerk und Hammersee". Oskar Duschinger hat die Erinnerungen des "Drehorgel-Schorsch" Georg Ellert im so betitelten Buch festgehalten. Passagen daraus weckten die Erinnerungen der Älteren und das Interesse der jüngeren Gäste an der Zeit, als das Hüttenwerk noch den Alltag der Menschen bestimmte. Essgewohnheiten, bestimmt vom schmalen Geldbeutel, kamen zur Sprache. Und das jähe Ende eines Kinospaßes mit einer saftigen Ohrfeige, weil sich die Buben in den Saal hinein geschlichen, sich versteckt hatten und dann entdeckt wurden.

Der Stock drohte


Heribert Braun senior seinerseits erzählte als Zeitzeuge Geschichten rund um Bodenwöhr und das Hüttenwerk - und die Schulzeit, als der Stock noch als Strafe drohte. Der alte katholische Friedhof war Schauplatz einer schauerlichen Geschichte, an die Braun erinnerte. Er berichtete auch von einem kaufmännischer Direktor im Hüttenwerk, der Schrott sammelte. Er lobte seine Mitarbeiter, glaubte er doch, sie hätten das Altmetall wiederverwertet. Tatsächlich landete es aber auf dem Sulzbach-Uferweg. Die Hl. Barbara (Ingrid Schieder) warf einen humorvollen Blick auf die jüngste Vergangenheit. Beim Böllern hätten sich die Bodenwöhrer Reservisten zurückgehalten und nach dem Motto "Frieden schaffen ohne Waffen" den Sollbachern die Knallerei überlassen. "Dampfplaudern" könne auch zu einer Kunstform erhoben werden, erfuhren die Zuhörer.

Beim Festspiel hätten dies Bernhard Birner und Gerd Habermeier bewiesen - und ihre Textlücken mit "Improvisation" kaschiert. Leider sei so das Stück über vom "verkauften Großvater" am Ende "falsch abgebogen". Falsch abgebogen sei auch die Schmid Claudia mit der Ministrantenschar bei deren Ausflug: Im Freizeitpark landete sie somit statt in der Wildwasserbahn im Freifallturm.

Auch Pfarrer Johann Trescher, der "Bischof vom Hammersee", wurde von der "Heiligen" mit einigen Sätzen bedacht. Ausdrücklich gelobt wurde Albert Krieger, der mit einer kleinen Truppe in Schwarzenfeld die Eisenzeit würdig vertreten habe. Schorsch Hoffmann dagegen müsse einsehen, dass es noch Jahrzehnte dauern werde, bis er Bürgermeister Stabl beerben könne. Bis dahin sei er als Nikolaus im Einsatz.

Flirt mit Nachbarn


Für den Schulverband Bodenwöhr-Bruck mussten die Bodenwöhrer zuletzt kräftig Geld nachschießen. Da wundere es nicht, wenn der Bürgermeister hemmungslos mit einer anderen Kommune flirte, mit den interessierten Neunburgern. Bedenken solle Stabl aber, dass hier die Hussiten drohen. Mit denen machte der Bürgermeister bei einer szenischen Führung schon seine Erfahrungen.

Der offizielle Teil der Barbara-Feier endete mit dem gemeinsamen Singen des Steiger-Liedes. Bürgermeister Richard Stabl, Vorsitzender der Eisenzeit, hatte zuvor auch Pfarrer Johann Trescher für die Überlassung des Pfarrheims gedankt.
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