"Gruselige Hammerschmiedsgselln" bei Eisenzeit-Festspiele
Theater zum Gruseln

Ulrich Starke, die liederliche Christiane und Bernd von Ammenberg (von links, linkes Bild) erinnerten in ihren Balladen an die 700-jährige Hüttenwerkgeschichte von Bodenwöhr. Schirmherr Lothar Höher ließ sich in das Geschehen auf der Bodenwöhrer Seebühne mit einbinden. Bilder: Hirsch (2)
Kultur
Bodenwöhr
05.07.2016
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An 700 Jahre Hüttenwerksgeschichte erinnerten die Schauspieler des Festspielvereins "Ring der Eisenzeit" bei einem Balladenabend auf der Seewinkel-Bühne. Der Oberverweser ließ die 100 Zuschauer eintauchen in eine Zeit der Säufer, Mörder, Österreicher, Brucker und Oberlandler.

Die "toten" Protagonisten riefen Denkweisen, Ereignisse und Charaktere längst vergangener Tage mit dem Stück "Gruselige Hammerschmiedsgselln" in Erinnerung. Den Bauernschreck Hofseß, den Werwolf und den Brauknecht, den die Wasserfrau einst holte. Die "Spielleit von Ammenberg", bestehend aus Ulrich Starke, der liederlichen Christiane und Bernd von Ammenberg, erinnerten an die Hammergesellen von Bodenwöhr, die einst Spieße, Schwerter, Feldkreuze und Bratpfannen herstellten.

Eisenvorkommen gefunden


Nach der Verödung im 30-jährigen Krieg richtete Johann Schreyer ab 1670 das Hüttenwerk in Rekordzeit wieder auf. Weil er ein schlauer Wirtschaftskapitän war, ersann er Wege, die Rohstoffkosten zu senken.

Seit dem Mittelalter hatten die Bodenwöhrer Hammerherren das Erz per Pferdefuhrwerk aus der alten Amberger Heimat geholt. Nun ließ Schreyer die Region um das Hüttenwerk herum nach Eisenvorkommen untersuchen und wurde 1692 fündig.

Dann betrat der Oberverweser Franz Adam Hofseß die Bühne. Er war ein Bauernschinder und frommer Christ, ging mit der Flinte in die Kirche, um den Pfarrer zu längeren Predigten anzuhalten. Er fälschte das Flurkataster und klaute damit der Gemeinde Kaltenbrunn den Wald. Oder er holzte heimlich den Wald der Gemeinde Erzhäuser ab. Als die Österreicher das Hüttenwerk besetzten, musste Hofseß mit ihnen notgedrungen zusammenarbeiten.

"Wunderschönes Ambiente"


Schirmherr Lothar Höher lobte die Schauspielkunst der Akteure und war "begeistert vom wunderschönen Ambiente der Seebühne". Er ließ sich im Laufe des Abends selbst in das Geschehen mit einbinden.
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