Schwandner Theaterfreunde führen "Sag niamois nia" auf
Verfeindet und verliebt

Was für ein Jammer. Das kredenzen die Wirtsleute Toni und Sabine Bruckner so leckere Sachen und die Einheimischen essen immer nur Würstln. Bilder: ins (2)
Kultur
Bodenwöhr
20.07.2016
36
0
 
Christ und Martin sind ineinander verliebt. Das Problem: Ihre Eltern sind verfeindet.

Bereits zum vierten Mal haben die Schwandner Theaterfreunde eingeladen. Heuer führten sie das ländliche Lustspiel "Sag niamois nia" in drei Akten von Achim Pöschl in ihrem Theaterpalast, dem Busl-Stoadl, auf.

Altenschwand. Bei der Premiere zeigten die Akteure, dass sie viel schauspielerisches Talent haben. Im Stück geht es um die verfeindeten Ortschaften Ober- und Unterschwand, wo vor allem die beiden Bürgermeister Willi Dirnberger (Hans Feuerer) und Resi Fischer (Anita Hien) immer besser dastehen möchten als der jeweils andere. Der See, der die Grenze zwischen den beiden Orten bildet, ist ein Hauptmotiv. Bürgermeisterin Resi Fischer will diesen zum Weltkulturerbe erklären lassen, was natürlich zusätzliches Öl in das Streitfeuer ist. Ausgerechnet die Kinder Christl (Marion Windisch) und Martin (Bernhard Schmidtbauer) der beiden streitbaren Gemeindechefs haben sich verliebt und können sich immer nur heimlich treffen. Eine Heirat scheint unmöglich.

Bond-Produzent vor Ort


Das einzige Wirtshaus in den beiden Orten liegt genau auf der Gemeindegrenze. Die Wirtsleut Toni (Martin Bollwein) und Sabine Bruckner (Marion Bollwein) leiden darunter. Er ist ein qualifizierter Koch, kann seinen aber Beruf kaum ausüben, weil die Schwander trotz guter Speisekarte nur Würstl essen. Um sein Lokal bekannter zu machen, verbreiten sie dass Gerücht, dass ein James Bond-Produzent hier nächtigen will und Darsteller sucht. Nach den Vorstellungen von Resi Fischer soll ihr Sohn die Bond-Rolle erhalten und sie dann als Bond-Girl auftreten. Das hat aber auch ihr Kontrahent Dirnberger vor, der selbst den James Bond spielen will und seine Tochter das Bond-Girl.

Der neue Ortsgeistliche Leopold Stempflhuber (Hans Fritsch) wird vom jungen Liebespaar sehnsüchtig erwartet, da sie in ihn alle Hoffnung setzen, dass er die beiden zerstrittenen Orte vereinen könnte. Er trifft ein und erklärt dem Wirt seinen Versetzungsgrund, da ihm an seinen früheren Wirkungsort die Frauen nachliefen. Die beiden Gemeindeoberhäupter sehen in ihm aber den Filmproduzenten und biederen sich und ihre Kinder als Darsteller an.

Außerdem sorgt der Auftritt von Frau Wenzel, die den See wegen der Aufnahme zum Weltkulturerbe besichtigt, für Verwirrung. Der Oberschwandner Bürgermeister macht das Gewässer schlecht, bezeichnet es als Kloake und sagt, dass dort Müll entsorgt werde. Sie macht klar, dass das mit dem Weltkulturerbe nicht wird und telefoniert mit einem Bekannten, dem sie die Orte als Atommüllendlager vorschlägt. Das hören die Bruckner-Wirtsleut mit und bedrängen nun die beiden verfeindeten Bürgermeister, gemeinsam dagegen anzugehen. Inzwischen kommt auch der Restaurantkritiker im Wirtshaus an, der als Agent für das Atomlager angesehen wird, und von den beiden Bürgermeistern, die in die Rolle der Wirtsleut schlüpfen, widerwärtigste Bedienung erfährt. Die beiden Verliebten erfahren nun, dass der vermeintliche Filmproduzent der Pfarrer ist und klagen ihm ihr Leid.

Lokale Pointen


Zum Happy End macht er den beiden zerstrittenen Gemeindeoberhäuptern zu den Bond-Hauptdarstellern und lässt sie eine Liebesszene spielen. Die Kinder Christl und Martin dürfen heiraten. Die Wirtsleut haben auch ihr Erfolgserlebnis, da sie der Kritiker in der Zeitung als "Würstlkönig" betitelt. Die Darsteller erhielten vom Publikum viel Beifall. Vor allem manche Pointen mit lokalem Hintergrund passten bestens in die Aufführung.
Weitere Beiträge zu den Themen: Sag niamois nia (2)Schwandner Theaterfreunde (1)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.