Am Ende keine andere Wahl

Lokales
Bodenwöhr
28.11.2014
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Bei diesem Thema ging es im Gemeinderat teilweise hart zur Sache. Nach zwölf Jahren gleichbleibender Beiträge und Gebühren auf dem Wasser- und Kanalsektor müssen die Bürger ab dem neuen Jahr deutlich mehr zahlen. Es muss investiert werden.

Die Brisanz der Angelegenheit war am Mittwochabend im Bürgersaal deutlich spürbar. Wenn der Bürger stärker zur Kasse gebeten wird, dann verursacht dies bei den Verantwortlichen in der Regel "Bauchgrimmen". Doch letztendlich muss den Sachzwängen besonders auf dem Investivsektor Rechnung getragen werden. So jedenfalls sah es die große Mehrheit am Ratstisch. Einleitend verwies Bürgermeister Richard Stabl (BLB) darauf, dass die Kommune in der Pflicht stehe, die Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung sowie die dazugehörende Infrastruktur auf Dauer zu sichern. Zudem müsse auf diesem Sektor kostendeckend gearbeitet werden.

420 000 Euro jährlich

Für die nächsten Jahre seien jeweils Investitionen von 300 000 Euro in die Wasserleitungen und 120 000 Euro für das Kanalnetz vorgesehen. "Wegducken kann und sollte sich keiner. Die Bürger erwarten von uns, dass wir ihre Grundversorgung sichern", appellierte er. "Wir müssen anpassen, aber moderat", ließ Stefan Haberl (BLB) wissen und plädierte für einen "Mittelweg".

Stefan Rauch (SPD) monierte, dass in den vergangenen zwölf Jahren "nichts getan wurde". Dem widersprachen Bürgermeister Stabl und Walter Spirk (CSU) entschieden. In den zurückliegenden Jahren seien zwei Millionen Euro investiert worden. Dessen ungeachtet bestehe das 60 Kilometer lange Wasserversorgungsnetz zur Hälfte aus alten Gussleitungen. Und die müssten ausgetauscht werden, ergänzte Spirk, auch in seiner Funktion als Wasserwart. Im Übrigen könnten auftretende Wassertrübungen auch mit veralteten Hausinstallation zu tun haben. "Wir müssen Kante zeigen, alles andere ist Schaufensterpolitik", resümierte er.

Letzteren Vorhalt wies zweiter Bürgermeister Albert Krieger (FW) energisch zurück. Es gebe keine "Geplänkel", die Sache müsse vielmehr gut überlegt sein. Er räumte ein, dass "zwei Herzen in meiner Brust schlagen". Zum einen könne er die von seinem Fraktionskollegen Christian Lutter vorgeschlagene Erhöhung in zwei Schritten nachvollziehen, zum anderen müsse er mit Blick auf die Gemeinde dem kalkulierten Prozedere in einem Schritt zustimmen.

Bei vier Gegenstimmen

Die neuen Satzungen wurden schließlich mit 12:4-Stimmen (Randolf Alesch, CSU, fehlte entschuldigt) zum 1. Januar 2015 verabschiedet. Demnach steigt die Grundgebühr bei der Verwendung der "normalen" Wasserzählern von 18,41 Euro auf 38 Euro pro Jahr. Für den Kubikmeter Wasser zahlen die Bürger künftig 1,82 Euro. Bislang waren es 1,27 Euro. Die Abwassergebühr beträgt nun 2,60 Euro je Kubikmeter (bislang 2,06 Euro). Eine erneute Überprüfung der Sachlage dürfte frühestens in drei Jahren erfolgen.
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