Ampel soll Lösung bringen

Laut Städtebauplaner sollte bei der Ortskernsanierung ein Fußgängerüberweg, ausgehend vom Parkplatz in der Ortsmitte zur Kirche beziehungsweise zum Rathaus - dessen Pläne ebenfalls noch nicht umgesetzt sind - über die Staatsstraße führen. Bild: sir
Lokales
Bodenwöhr
13.11.2015
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Zum leidigen Thema Zebrastreifen hatte am Montag Marita Burger in den Brauereigasthof Jacob zu einem Informationsabend geladen. Einige Interessierte kamen. Seit Jahren kämpft Burger für einen Fußgängerüberweg in der Ortsmitte und hatte zu dieser Thematik angekündigt, dass "heute Tacheles gesprochen wird".

Burger sprach über ihre vielfältigen Bemühungen, einen Zebrastreifen auf der Staatsstraße zu erhalten, der durch die Ortskernsanierung verschwand. In dieser Planung waren sogar zwei Übergänge (beim Rathaus und der Bäckerei Lorenz) eingezeichnet, die jedoch nicht verwirklicht wurden. Der Zebrastreifen soll vor allem älteren Bürgern und Kindern das Überqueren der stark frequentierten Straße, vor allem durch den Schwerlastverkehr, erleichtern.

Thema im Gemeinderat

Unterschriftenaktion, Verkehrszählung und Versammlungen zum Zebrastreifen wurden gemacht. Auch bei der "Jetzt red i"-Sendung aus Schwandorf brachte Burger dieses Anliegen vor. Ausgestrahlt wurde der Beitrag allerdings nicht. Scheinbar auf Intervention von der damaligen stellvertretenden Landrätin Marianne Schieder, wie Burger ausführte.

Auch der Gemeinderat hat über den Fußgängerüberweg diskutiert. Burger beantragte, dass der Zebrastreifen an alter Stelle wieder errichtet werden sollte. Die CSU-Fraktion favorisierte einen Fahrbahnteiler, der eventuell vom Landratsamt genehmigt werde. Ein Ortstermin des Landratsamtes mit Gemeinde, Polizei, Bauamt und der CSU-Fraktion (Burger: "Wieso nun diese Fraktion?") brachte kein Ergebnis.

Burger hat nun nachgehakt. Das Bauamt in Amberg-Sulzbach habe sie informiert, dass die Gemeinde eine weitere Überprüfung abgelehnt habe. Die Polizeiinspektion Neunburg meinte, dass, wenn ein Zebrastreifen gebaut wird, dieser bei der Bäckerei Lorenz am besten platziert sei. Für Burger blockieren die CSU, Gemeinde und Landratsamt ihr Vorhaben. Laut der Aussage von Thomas Ebeling sei eine Lichtsignalanlage eher zu verwirklichen.

Burger erhielt dazu nun auch eine persönliche Stellungnahme des Landrats. Er teilte darin mit, dass nach Verwaltungsvorschriften Fußgängerüberwege in der Regel nur angelegt werden sollen, wenn es erforderlich ist, dem Fußgänger Vorrang zu geben, weil er sonst nicht sicher über die Straße kommt. Das sei jedoch nur dann der Fall, wenn es die Fahrzeugstärke zulässt und es das Fußgängeraufkommen nötig macht.

Kein Ausnahmefall

Verkehrszählungen in den Jahren 2012 und 2013 ergaben, dass zu wenige Menschen die Straße überqueren. Zwar gebe es rein gesetzlich die Möglichkeit, in Ausnahmefällen einen Zebrastreifen anzuordnen, auch wenn die nötigen Verkehrszahlen nicht erreicht werden. Besondere Ausnahmefälle betreffen vor allem den "erhöhten Querungsbedarf von besonders Schutzbedürftigen" (Kinder, Hilfsbedürftige und älteren Menschen) an Orten wie Schulen, Kindergärten, Altenheimen und Krankenhäusern. Hierzu wurde aber von den Fachstellen einhellig dargelegt und auch vom Bayerischen Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr bestätigt, dass im Fall von Bodenwöhr keine derartige Ausnahmesituation vorliege. So lautet die Einschätzung von Landrat Ebeling.

Als Fazit der Zusammenkunft nahm Burger mit, dass wohl der Zebrastreifen abgehackt werden kann, doch eine Ampelanlage weiter verfolgt werden soll. Wenn der Schwerlastverkehr nicht mehr durch Bodenwöhr fahren würde, brächte dies ja auch schon eine wesentliche Verkehrsberuhigung.
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