Auf Tour, um etwas zu bewegen

Lokales
Bodenwöhr
07.09.2015
0
0

Der Rundweg um den Hammersee ist beliebt, doch eine Gruppe von 50 Personen wie am Sonntagnachmittag fällt auf. Die "Invasion" hatte bei ihrer Tour Gutes im Sinn.

Ein Button auf der Kleidung bekundete den Solidaritätsgedanken mit den Menschen in einem der ärmsten Länder der Erde: Burkina Faso. Der Erfolg der Aktion war überraschend: 1 064,62 Euro wurden gesammelt.

Hilfe zur Selbsthilfe

"Wir bewegen uns, um etwas zu bewegen." So lässt sich die Wanderung umschreiben, die am Kirchplatz in der Ortsmitte ihren Anfang nahm. Das Ziel? Geografisch gesehen war es die Umrundung des Hammersees. Das ideelle Ziel war die Förderung des Missio-Projekts "Katechisten-Ausbildung in Burkina Faso", einem westafrikanischen Staat, auch bekannt unter dem früheren Namen Obervolta.

Neben der seelsorglichen Betreuung bringen die bereits ausgebildeten Katechisten der Bevölkerung verbesserte Anbaumethoden bei, informieren über Hygienemaßnahmen, ausgewogene Ernährung und bieten Alphabetisierungskurse an. Somit helfen sie den Menschen zur Selbsthilfe. 1983 wurde in Tougouri in der Diözese Kaya in Burkina Faso das Ausbildungszentrum St. Lukas gegründet. Seit dieser Zeit sind bereits über 300 Katechisten-Ehepaare ausgebildet worden. Dies seien junge Paare, die in ihren Dörfern das Leben mit der Bevölkerung teilen, und ihr Wissen weitergeben, erläuterte Pfarrer Johann Trescher. Auch Wortgottesdienste in Gemeinden ohne Gemeinden und die Sorge um Kranke gehören zu den Aufgaben.

Die Ehefrauen der Katechisten erhalten ebenfalls eine Ausbildung, schwerpunktmäßig auf die Förderung der Frau ausgerichtet. Die intensive Ausbildungszeit dauert vier Jahre. Die meisten dieser jungen Leute haben nie eine Schule besucht. Der Bildungsweg, den sie im Zentrum von Tougouri antreten, ist mehrspurig. Lesen und schreiben lernen bilden die Grundlagen. Zudem erhalten sie Unterricht in der französischen Sprache für das Studium der Hauptfächer Katechese und Liturgie. Dank ihrer Ausbildung können und müssen die Familien für sich selber sorgen. Noch längst sind nicht alle Dörfer versorgt. Deshalb ist es der Diözese Kaya ein großes Anliegen, fortwährend junge Paare für diesen Dienst auszubilden.

Weitere Aktionen

Für ein Paar sind pro Jahr 740 Euro an Ausbildungskosten veranschlagt. Aktuell werden 23 Paare und zehn Einzelpersonen ausgebildet. "Missio" gibt für die Maßnahme 25 900 Euro pro Jahr. "Einen Teil davon wollen wir dazu beitragen", sagte Pfarrer Johann Trescher während der Sonntagsgottesdienste. Wer einen davon besucht hatte, der war klar im Vorteil: Denn ein Quiz während einer Pause am Hammersee-Pavillon enthielt Fragen, deren Antworten in den Gottesdiensten gegeben worden waren.

Zur Belohnung gab es für die "Wanderer" Schokolade aus fairem Handel. Am Ausgangspunkt wieder angekommen, konnten gegen Spenden der Sonntagskaffee und selbst gebackener Kuchen genossen werden. Insgesamt kamen so 1064,62 Euro zusammen. Pfarrer Johann Trescher zeigte sich überrascht von der großen Summe und dankte allen für ihr Engagement.

Noch weitere Aktionen zugunsten dieses Missio-Projektes folgen. Am 20. September in Neuenschwand und am 4. Oktober in Bodenwöhr, jeweils nach den Gottesdiensten, wird Kuchen zum Kauf angeboten.
Weitere Beiträge zu den Themen: September 2015 (7742)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.