Begegnungsabend: Asylbewerber und Bodenwöhrer lernen sich kennen
Auch Herzenswärme wichtig

Der Begegnungsabend zwischen Asylbewerbern und der einheimischen Bevölkerung in Bodenwöhr diente vor allem dem Kennenlernen. Bild: Schieder
Lokales
Bodenwöhr
10.12.2014
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Asylbewerber brauchen Hilfe, um sich integrieren zu können. Um der Kälte begegnen zu können, benötigen sie warme Kleidung und wenigstens das Notwendigste zur Bewältigung des Alltags. Die Chancen für ein Miteinander stehen gut.

Es sind nicht nur die kühlen Witterungsbedingungen hierzulande, die den Hilfesuchenden zu schaffen machen können. Denn ausschlaggebend dabei ist die Frage: Wie steht es mit der Herzenswärme der Menschen in der näheren und weiteren Umgebung, ohne die die Neuankömmlinge kaum bestehen können?

Bereits feste Kontakte

Beim Begegnungsabend zwischen den Asylbewerbern und der Bodenwöhrer Bevölkerung zeigte sich, dass bereits einige feste Kontakte bestehen. Persönliches Kennenlernen stand am Montagabend im Pfarrheim im Vordergrund, um etwaige Berührungsängste abbauen zu können.

Günter Makolla, Seniorenbeirat und Koordinator bei der Bürgerhilfe Bodenwöhr, hieß die Gäste hier willkommen, die Familien der Asylbewerber ukrainischer, albanischer und serbischer Staatsangehörigkeit sowie auch viele Bodenwöhrer. Als Übersetzer fungierten Irena Hartmann, die bereits seit vielen Jahren mit ihrer Familie in der Gemeinde am Hammersee lebt und aus Kasachstan kommt, sowie Heribert Mohr aus Bruck, der ins Englische übertrug. Eingeladen hatten neben der Bürgerhilfe auch Bürgermeister Richard Stabl und Pfarrer Johann Trescher, der das Pfarrheim zur Verfügung stellte.

Dank an Helferkreis

Stabl sprach davon, dass ihn das Engagement und die Herzlichkeit der Bürger bewegt habe, um die Flüchtlinge willkommen zu heißen. Ein weiterer Schritt sei nun die Integration. Viele Menschen wollten helfen, und so habe sich bereits ein kleiner, inoffizieller Helferkreis gebildet. Die Bürgerhilfe habe sich bereiterklärt, die Hilfsangebote und -maßnahmen zu koordinieren.

"Diese Menschen haben einen schweren Weg hinter sich. Sie leben in quälender Unsicherheit. Sie wissen nicht, wie es weitergehen soll, und sehnen eine Hoffnung herbei - die Hoffnung auf ein Leben in Schutz und Sicherheit", brachte Stabl die Situation der Hilfesuchenden auf den Punkt, die er mit der Herbergssuche von Maria und Josef verglich. Stabl dankte allen, die unterstützen und helfen wollten.

Hoffnung auf Frieden

Pfarrer Johann Trescher hieß ebenfalls die Gäste willkommen. "Ich empfinde es als Schande und als großes Armutszeugnis, dass es immer noch so viel Krieg, Gewalt und Unterdrückung gibt auf dieser Welt und dass es deshalb auch so viele Flüchtlinge gibt, die ihre Heimat verlassen und neu anfangen müssen", prangerte er die Situation in den Krisengebieten an. "Ich befürchte, dass dies immer so sein wird, so lange es Menschen gibt."

Auch die aktuellen Flüchtlinge hier hätten ihre Heimat verloren, suchten eine bessere friedvolle Welt. Er hoffe, so der Geistliche, "dass sie diese hier bei uns finden". Von kirchlicher Seite her heiße er die Asylbewerber willkommen und biete an, zu helfen, wo er helfen könne. Aus dem christlichen Glauben heraus seien alle Menschen ein Leben lang unterwegs, um ein ewiges Zuhause zu finden. "Wir alle wünschen und hoffen, dass Sie hier Frieden finden", so Pfarrer Trescher. Aber Deutschland sei kein Wunderland, "aber was wir geben können, werden wir geben". Sein Dank galt allen, die Hilfe anbieten.

Günter Makolla stellte die Helfer vor, die sich bereits auf vielfältige Weise eingebracht haben. Dass die Asylbewerber eifrig die deutsche Sprache lernen, zeigte sich bei der Vorstellungsrunde.

Deutlich wurde dabei auch, dass sie alle über eine sehr gute Berufsausbildung verfügen. Der Abend setzte sich fort mit persönlichen Unterhaltungen, bei der beide Seiten sich kennenlernen konnten.
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