Bei Pflege nicht lockerlassen

Den geehrten Mitgliedern des VdK-Ortsverbandes Bodenwöhr gratulierten stellvertretender Kreisvorsitzender Rudolf Stegerer (Vierter von links) und Ortsvorsitzender Josef Deml (Zweiter von links). Bild: ins
Lokales
Bodenwöhr
25.03.2015
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Der Mitgliederzuwachs hält an. Beim VdK wird dies erfreut registriert und als Beweis der guten Arbeit gewertet. Dem Lob für gesetzliche Verbesserungen steht allerdings die Kritik an der zunehmenden Armut im Land gegenüber.

Stellvertretender VdK-Kreisvorsitzender Rudolf Stegerer ging bei der Mitgliederversammlung des VdK-Ortsverbandes im Gasthof "Troidlwirt" auf die aktuelle Sozialpolitik ein. Von einer "großen Pflegereform" könne bisher noch nicht die Rede sein, sagte Stegerer und sicherte zu, dass der VdK weiter "am Ball bleiben wird".

7000 Klagen

Der VdK sei stark wie nie zuvor in ein "höchst spannendes neues Jahr gestartet", so der Sprecher. Bundesweit zähle er 1,7 Millionen Mitglieder. Seit dem Jahr 2000 sei das ein Zuwachs von 70 Prozent. "Diesen werten wir als Zeichen für den Erfolg und die Bedeutung unserer Arbeit", betonte Stegerer. Allein in Bayern habe man 180 000 sozialrechtliche Beratungen geleistet, 60 000 Anträge auf Sozialleistungen gestellt, 23 500 Widersprüche gegen Bescheide eingelegt und rund 7000 Klagen vor den Sozialgerichten geführt. Insgesamt seien rund 30 Millionen Euro an Nachzahlungen für die Mitglieder erstritten worden.

"Unwürdige Zustände"

Ein wichtiges Thema der VdK-Arbeit sei die Pflege. Seit 1. Januar 2015 gebe es das erste Pflegestärkungsgesetz, das wesentliche Leistungsverbesserungen enthalte. Darin wurden laut Redner die Leistungsbeträge um vier Prozent erhöht. Auch Menschen in der Pflegestufe Null hätten Anspruch auf Leistungen. Seit Jahren fordere der VdK die Einführung des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs, der nun auf dem Gesetzesweg geplant sei. Statt drei Pflegestufen solle es künftig fünf Pflegegrade geben. "Niemand in Deutschland darf Angst davor haben, ins Heim zu kommen" sagte Stegerer. In manchen Pflegeheimen herrschten indes "unwürdige Zustände". Der VdK wolle das nicht länger hinnehmen. Deshalb unterstütze man sieben Beschwerdeführer, die Verfassungsbeschwerde in Karlsruhe eingereicht hätten.

Die Armut im allgemeinen nehme in Bayern zu. Ministerpräsident Seehofer habe Bayern 2013 einmal als "Vorstufe zum Paradies" bezeichnet. Ob dies auch jene bayerischen Bürger wahrnähmen, die von Armut betroffen oder bedroht seien, müsse bezweifelt werden, betonte Stegerer.

Vorsitzender Josef Deml gab einen kurzen Rückblick auf die Arbeit im Ortsverband, der das gesamte Gemeindegebiet von Bodenwöhr abdeckt. Bei vier Vorstandssitzungen wurden die Aktionen geplant und Ausflugsfahrten organisiert.
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