Das Risiko einschätzen

Günther Michler (rechts) und Christian Götz vom Wasserwirtschaftsamt Weiden stellen mit Hilfe der Kommunen Hochwasserrisiko-Managementpläne auf. Bild: Schieder
Lokales
Bodenwöhr
22.11.2014
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Die Schadensereignisse durch extreme Witterung werden zahlreicher. Diese Tatsache kann vor allem Kommunen treffen, die an Gewässern liegen. Insofern ist eine Bestandsaufnahme "für den Fall, dass" sinnvoll. Dies geschieht momentan.

18 Gemeinden im Landkreis Schwandorf sind von einem möglichen Hochwasser tangiert, die beiden Kommunen Bodenwöhr und Bruck mittelschwer, sagte Günther Michler, Abteilungsleiter des Sachgebiets Wasserbau am Wasserwirtschaftsamt Weiden. Bis Ende des Jahres 2015 müsse der Hochwasserrisiko-Managementplan dazu erstellt sein. Bürgermeister Richard Stabl hieß zur Informationsveranstaltung seine beiden Kollegen, Hans Frankl aus Bruck und Karl Bley aus Nittenau neben weiteren mit dieser Aufgabe betrauten Mitarbeitern willkommen.

Christian Götz, Sachgebietsleiter Wasserbau am Wasserwirtschaftsamt Weiden, ergänzte die Ausführungen mit Details. Überall gebe es ein Restrisiko, dies sei eine verwertbare Erkenntnis für die Erstellung dieses Managementplans, so Michler. Angewiesen sei man auf die Erfahrungen und das Wissen der einzelnen Kommunen. Für Bodenwöhr und Bruck stehe der Sulzbach, ein Gewässers dritter Ordnung, im Fokus. Für jedes Gewässer gebe es ein Beiblatt mit Fragen: Wie viele Personen sind betroffen? Welche Flächen? Welche Schutzgebiete? Entscheidend bei der Beantwortung sei auch die Ereigniswahrscheinlichkeit. Nun gehe es um die Erstellung von Risikokarten. Die Vorwarnzeiten für Bruck und Bodenwöhr seien nicht zu groß, weil man die Pegel nicht kenne, so Michler.

Kommunen überprüfen

Bei der Erstellung dieser Risikokarten würden gefährdete Einrichtungen, wie Kindergärten, Schule, Feuerwehrhäuser, Verkehrswege, Stromanlagen, Altenheime oder Stromverteiler ermittelt und eingezeichnet, so Götz. Diese Pläne würden dann den Kommunen zugesandt, die die Eintragungen überprüften und gegebenenfalls ergänzten.

Bürgermeister Richard Stabl nannte die schwache Dammkrone beim Warbrucker Weiher, diverse Regenüberlaufbecken und Stromverteiler, Hebewerke, das Feuerwehrhaus, das alte Magazin des ehemaligen Hüttenwerks, die Brauereigaststätte und Brauerei, einige Häuser in Seenähe, das Fischerhaus sowie die Staatsstraße als gefährdete Bereiche.

Bürgermeister Karl Bley ließ wissen, das Wasserwirtschaftsamt erhalte die Pläne vom Abwasserzweckverband. Auch Hans Frankl wollte dies so handhaben, nannte aber dann die ihm bekannten gefährdeten Bereiche wie die Senft-Mühle, die Untere Bachgasse, diverse Stromkästen, die Brücke bei der SAD 1, im Volksmund als "Saubrücke" bekannt, ein landwirtschaftliches Lagerhaus, das Freizeitzentrum und einige Firmen, die Brücke Sollbacher Straße, die Sandoase, den Campingplatz und den Flugplatz. Frankl fragte an, ob heute auch schon an Präventivmaßnahmen gedacht sei? Er denke hier an eine Regulierung beispielsweise am Hammersee.

Götz antwortete, dass heute darüber nicht diskutiert werde. Michel ergänzte, dass der Hammersee generell kein Rückhaltebecken sei. Götz betonte, dass sich die Gemeinden zusammensetzen und darüber beraten sollten, was möglich sei. Viele weitere Einzelheiten wurden besprochen, die für die Erstellung des Hochwasserrisiko-Managementplans von Bedeutung sind.
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