Dazu die Geborgenheit in der Familie - Beeindruckende Geschichte zur Kindersegnung präsentiert
Liebe und Freundschaft zählen

Pfarrer Johann Trescher spendete den Kindern der Pfarreiengemeinschaft Bodenwöhr/Alten- und Neuenschwand den kirchlichen Segen. Bild: Schieder
Lokales
Bodenwöhr
30.12.2014
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"Kinder werden nicht zu Gott geschickt, sondern zu ihm geführt", zitierte Pfarrer Johann Trescher den früheren Bischof Manfred Müller. Und so dankte er den Eltern und Großeltern, die Kinder und Enkel zur Kindersegnung am Nachmittag des zweiten Weihnachtsfeiertages in die Marienkirche in Blechhammer geführt hatten.

Eine schlimme Geschichte sei damals nach der Geburt von Jesus Christus passiert, wandte sich der Ortsgeistliche an die Kinder der Pfarreiengemeinschaft. König Herodes habe damals die Kinder von Bethlehem töten lassen, in der Hoffnung, dass auch Jesus darunter sei. Im Gedenken daran begehe die Kirche das Fest der unschuldigen Kinder traditionell am 28. Dezember.

Schmerzlich vermisst

Aus terminlichen Gründen habe er die damit verbundene Kindersegnung vorverlegt, so Pfarrer Trescher. Kinder, die während der Adventszeit ihr Opferkästchen des Kindermissionswerks "die Sternsinger" gefüllt und bisher noch nicht abgegeben hatten, konnten dies noch tun. Diese Spenden kommen den Straßenkindern in Malawi zugute. Dass es den Familien in diesem südöstlichen afrikanischen Land nicht gut geht, das zeigte eine Geschichte auf, die die beiden Ministranten Katharina Lutter und Lisa Riedl abwechselnd vortrugen. Das Mädchen Saliza lebt mit ihrer Familie am Stadtrand der Hauptstadt Lilongwe. Den Lebensunterhalt verdient der Vater von Saliza mit dem Anbau von Hirse. Dieses Getreide wird in Tonkrügen aufbewahrt. Einer dieser Tonkrüge zerbricht. Saliza will ihren Eltern helfen und bettelt in den Straßen von Lilongwe um Geld. Tagelang ist sie unterwegs und hat das Geld immer noch nicht zusammen. Auf der Straße hat sie den Jungen Zikomo kennengelernt, der ihr hilft und ihr einen sicheren Schlafplatz besorgt. Nicht bewusst ist dem Mädchen, dass sich ihre Eltern große Sorgen wegen ihres Verschwindens machen. Der Vater sucht sie mit einem Bild überall, die Mutter ist verzweifelt und weint.

Wieder sitzt sie in einer der Straßen auf dem Markt und singt einen Tag vor Heiligabend ein Weihnachtslied. Eine Frau spricht Saliza an, erzählt dem Mädchen, wie schlecht es ihren Eltern geht, weil sie ihr Kind schmerzlich vermissen und sich die größten Sorgen machen. Saliza nennt der Frau den Grund für ihr Verschwinden. Die meint dann, dass sie ihren Eltern die größte Freude machen würde, wenn sie einfach wieder nach Hause zurückkehrt. Schnell drückt Saliza dem Straßenjungen Zikomo ihre Münzen in die Hand und eilt nach Hause. Dort wird sie von ihren Eltern und ihrer kleinen Schwester freudig in die Arme genommen.

Eine Freude gemacht

Saliza erzählt alles, auch von ihrem Freund Zikomo. Noch ehe ihn die Familie einladen konnte, steht er mit einem Plastikkrug vor der Tür. Diesen hat er für das Geld von Saliza gekauft. Zwar sei der Plastikkrug nicht so schön wie einer aus Ton, aber Hirse könne man in ihm auch aufbewahren. "Du hättest dir doch von dem Geld etwas für dich kaufen können!" meinte Saliza. "Ich weiß", sagte Zikomo, "aber es war mir wichtiger, dir eine Freude zu machen."

Zu dieser Geschichte zeigte Pfarrer Trescher das entsprechende Bildmaterial. Aufmerksam hatten die meisten Kinder diesen Ausführungen gelauscht. Sie merkten, dass materielle Dinge eine untergeordnete Rolle spielen. Was zählt sind Liebe und Freundschaft und vor allem, dass sie ihren Eltern wichtig sind.
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