Ein Großvater mit Durchblick

Der Großvater hat Besuch mitgebracht, worüber sich nicht alle im Haus freuen. Bilder: sir (2)
Lokales
Bodenwöhr
24.06.2015
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Ein Schlitzohr, das stets auf neue Streiche aus ist - das ist der "Alte". Seine Umgebung beobachtet er sehr genau und durchschaut die Absichten der Menschen rings um ihn sehr bald. Jeder bekommt am Ende was er verdient, doch bis es soweit ist, amüsiert sich das Publikum köstlich.

Ein zugenageltes "Klohäusl", ein entwendeter Beichtzettel, der sich am Kirchenportal wiederfindet: Der Magd Vevi (Daniela Lanzl) sind die derben Späße des Großvaters (Gerd Habermeier) zu viel. Sie kündigt, in der Hoffnung, dem alten Bazi zu entkommen. Doch sollte sie bald von ihrer Vergangenheit eingeholt werden. Der wohlhabende Ferstl-Bauer (Bernhard Birner) hatte erfahren, dass der Großvater, beheimatet beim armen Veicherl-Bauern in Schwand, zwei Häuser besitzen soll. Der Veicherl-Bauer, alleinstehend mit seinem Sohn Matthias (Matthias Lutter) hat davon nicht die leiseste Ahnung.

Hoffen auf das Erbe

Der Ferstl-Bauer macht sich diesen Umstand zunutze und kauft dem Veicherl kurzerhand den Großvater ab. Leben soll in die Bude kommen, wünscht sich der kinderlose Ferstl, dessen Ehefrau immer "ein saures Gesicht zieht, wenn sie ihn sieht". Still und leise hoffen die Ferstls auf das Erbe, wollen die zwei Häuser und nehmen dabei all die Streiche des Großvaters auf sich. Innerlich kocht vor allem die Afra Ferstl (Ingrid Schieder) oft vor Zorn.

Die Habgier der beiden geht sogar so weit, dass die ledige Schwester Resi (Nadine Baumann) noch auf dem Hof lebt, weil ihr geiziger Bruder das Heiratsgut nicht auszahlen möchte. Und die wohlhabenden Hochzeiter, die ihr der Bruder ausgesucht hat, lehnt sie selber ab. Besuch vom Zirkus, eine Artistin (Elke Teichert), hat der Opa mitgebracht, sehr zum Missfallen der Ferstls. Der Großvater durchkreuzt die Pläne seiner "neuen Verwandtschaft".

Die Stimmung kippt, als der Ferstl-Bauer erkennt, dass er den Großvater im wahrsten Sinne des Wortes umsonst aufgenommen hat. Einen gehörigen Anteil daran kommt der Postbotin (Maria Bücherl) zu. Schließlich kauft der Veicherl den Großvater wieder zurück, sehr zur Erleichterung des Ferstls. Besitzt der Großvater nun aber doch zwei Häuser oder nicht und wenn ja, was hat es damit auf sich? Die Lage spitzt sich zu, als der Alte einen Trumpf nach dem anderen ausspielt.

Bandbreite der Habgier

Das Publikum amüsierte sich prächtig mit den Dialogen. Knecht Wastl (Alois Feldmeier jun.) ist um keine Ausrede verlegen, wenn er den Grund seines Urlaubs nennt. Spontaner Szenenapplaus setzte ein. Die Zuschauer hielten die Luft an, als der Ton auf der Bühne schärfer wurde, vor allem als sich ihnen die gesamte Bandbreite der Habgier erschloss.

Das Stück von Hubert Süß, frei nach der Vorlage von Anton Harnik, beinhaltete viel Lokalkolorit. Lachen musste auch Bürgermeister Richard Stabl, der zur Premiere den Schirmherrn Albert Füracker begrüßen konnte, ebenso Landratstellvertreter Jakob Scharf, Kreisräte sowie eine Reihe von Bürgermeisterkollegen und Gemeinderäte. Tags darauf erschien in der nächsten Vorstellung auch Landrat Thomas Ebeling.
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