Ein Märchen und der Großvater

Lokales
Bodenwöhr
26.01.2015
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Schneewittchen und der verkaufte Großvater: Die Eisenzeit-Ensembles proben für die Saison 2015 und die Besucher können sich wieder auf unterhaltsame Vorstellungen freuen: in einer schönen Kulisse am See.

"Kennt jemand die Geschichte nicht?", fragte Intendant Hubert Süß bei der ersten Probe die Darsteller im diesjährigen Kinderstück der Eisenzeit-Festspiele. "Schneewittchen und die sieben Zwerge" sowie alle weiteren Darsteller kennen natürlich die Handlung aus dem Märchen der Gebrüder Grimm.

Und jeder von ihnen hat eine genaue Vorstellung von den Charakteren der darin vorkommenden Figuren: Schneewittchen, die schöne Prinzessin, völlig arglos und ein bisschen naiv, ganz anders die Stiefmutter - neidisch, eitel und böse - und mittendrin die sieben Zwerge, lustige Gesellen und sehr pflichtbewusst. Ein sehr verliebter Prinz hat die rettende Idee, damit auch dieses Märchen ein Happyend findet. Und wenn ein Spiegel sprechen kann, dann können das ein Maiglöckchen und ein Fliegenpilz auch. Die Darsteller setzten alles daran, ihren Rollen gerecht zu werden. Dass dies gelingt, beweist folgende Aussage: "Vor der bösen Stiefmutter habe ich Angst", gesteht Anita Silvestri. Die Zwölfjährige stand bereits in den vergangenen Saisons auf den Brettern, die die Welt bedeuten und zählt daher zu den "alten Hasen" bei den Nachwuchsschauspielern der Eisenzeit.

Ansporn für Kinder

Süß betreibt seit Jahren Kinder- und Jugendförderung bei den Eisenzeit-Festspielen. Erfolgserlebnisse als Lohn für kontinuierliche Probenarbeit und Auftritte vor großem Publikum halten die Schauspielfreude bei den jungen Darstellern hoch. "Ich kann etwas", erfahren die Kinder und Heranwachsenden. Das ist gut für das Selbstbewusstsein. Etliche neue Gesichter bereichern heuer das Kinderstück. Wer bereits seit einigen Jahren dabei sind, nimmt sich der Neuen sofort an, die sogleich integriert sind. Die Jüngste im Bund ist Noelle Benkler. "Etwas so Schönes habe ich in meinem ganzen Leben noch nie gemacht", erklärt sie breit grinsend - mit der ganzen Lebenserfahrung einer Siebenjährigen. Eingebettet ist das Stück in die Historie des ehemaligen Hüttenwerksortes Bodenwöhr. Denn auch die sieben Zwerge bauen Eisenerz ab.

Mit "Der verkaufte Großvater" bringt das Ensemble der Eisenzeit eine ländliche Komödie, die mehrfach mit großem Erfolg verfilmt wurde. "Wir haben aber schon in der Vergangenheit bewiesen, dass wir uns vor großen Fußstapfen nicht fürchten brauchen", sagt Süß und erinnert an erfolgreich interpretierte Klassiker wie den Don Camillo oder den Brandner Kaspar.

Wer ist nun der größere Lump: Der "hinterkünftige" Bauer, der einem anderen den Großvater abkauft, in der Hoffnung auf ein Erbe, oder der listige Großvater, der allerlei Schabernack mit den Menschen in seiner Umgebung treibt? Die Zuschauer werden es nach einigen Irrungen und Wirrungen erfahren, die allesamt Spaß machen. Die regelmäßigen Besucher der Festspiele können sich auch dieses Mal wieder an den Hauptdarstellern, Gerd Habermeier als Großvater und Bernhard Birner als reichen sowie Franz Singerer als armen Bauern erfreuen - neben weiteren erfahrenen Spielern.

Eine Generalprobe

Die Eintrittskarten für die Vorstellungen können ab sofort erworben werden. Für "Der verkaufte Großvater" gibt es die Tickets an den bekannten Vorverkaufsstellen sowie im Tourismusbüro. "Schneewittchen und die sieben Zwerge" wird an zwei Vormittagen als Vorstellung für Schulen und Kindereinrichtungen aufgeführt. Damit auch weitere Interessierte in den Genuss dieses Märchens kommen, ist die Generalprobe öffentlich zugänglich. Die Karten dafür können an der Tageskasse oder im Tourismusbüro erworben werden.
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