Elf Sekunden für einen Einbruch

Hauptkommissar Wolfgang Sennfelder gab kompetente Ratschläge zur Einbruchsicherung am Haus. Bild: ins
Lokales
Bodenwöhr
04.11.2015
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Einbruchsschutz ist ein wichtiges Thema - das findet die Polizei. Deshalb widmete sie der Sicherheit rund um Haus und Wohnung einen Infoabend.

Im Gasthof Schießl hießt Polizeihauptkommissar Wolfgang Seidl die Teilnehmer willkommen. Er ist der stellvertretende Dienststellenleiter der Polizeiinspektion Neunburg. Eindeutiges Ziel der Veranstaltung: Die Bevölkerung für das Thema sensibilisieren. Referent war Hauptkommissar Wolfgang Sennfelder, der als Präventionsbeamter und Fachberater tätig ist. Er macht auch kostenlose Hausbesuche, um Interessierte über Einbruchsicherung zu beraten.

Eingangs führte Seidl aus, dass Einbruch auch in der Region ein Topthema sei. 2013 gab es in der Gemeinde Bodenwöhr zehn Delikte. Die Aufklärungsquote lag bei 60 Prozent. 2014 waren es weniger. In diesem Jahr befürchtet Seidl aber, dass die Zahl von 2013 nicht ausreichen wird. Die Polizei sei bemüht, die Fälle aufzuklären. Wichtiger aber sei, im Vorfeld Einbrüche zu verhindern.

Tipps zum Schutz

"Alle drei bis vier Minuten geschieht irgendwo in Deutschland ein Einbruch. Der Einbruch in den eigenen vier Wänden bedeutet für viele Menschen einen großen Schock. Dabei machen den Opfern die Verletzung der Privatsphäre, das verloren gegangene Sicherheitsgefühl oder auch schwerwiegende psychische Folgen, die nach einem Einbruch auftreten können, häufig mehr zu schaffen als der rein materielle Schaden", sagte Sennfelder.

Gerade mal elf Sekunden dauere es im Schnitt, bis ein geübter Einbrecher ein Fenster oder die Terrassentür aufgehebelt hat und in die Wohnung eingedrungen ist. Schnell sind dann Wertsachen wie Bargeld, Schmuck oder Handy gefunden, und der Einbrecher ist über alle Berge. Dass man sich davor schützen kann, zeigt die Erfahrung der Polizei. Über ein Drittel der Einbrüche blieben im Versuch stecken, nicht zuletzt wegen Sicherheitsvorkehrungen. Aber auch durch richtiges Verhalten und durch aufmerksame Nachbarn werden Einbrüche nicht nur verhindert, sondern zum Teil auch Täter auf frischer Tat angetroffen und festgenommen.

Wie man sich vor einem Einbruch wirksam schützen kann, zeigt die Polizei unter dem Titel "Ungebetene Gäste - Sicher wohnen - Einbruchschutz" in Broschüren oder im Internet (www.polizei-beratung.de). Die Broschüre informiert über verhaltensbezogene und sicherungstechnische Möglichkeiten des Einbruchschutzes. Darüber hinaus klärt sie über landläufige Irrtümer hinsichtlich des Täterverhaltens auf. Früher sei die dunkle Jahreszeit quasi die Hochsaison für Täter gewesen. Die frühe Abenddämmerung zwischen Oktober und März habe Wohnungseinbrechern nahezu ideale Bedingungen geboten. Das sei jedoch schon lange nicht mehr der Fall. Auch während des Tages würden sich nun die Einbruchszahlen erhöhen.

Über die Häufigkeit der Einbruchsmethode sagt die Statistik, dass das Aufhebeln von Fenstern oder Terrassentüren mit etwa 70 Prozent nach wie vor an der Spitze steht. Diese Methode wurde vonseiten des Fachreferenten anhand eines kurzen Videoclips dargestellt. Kriminalhauptkommissar Sennfelder zeigte die Bandbreite von Schutzmaßnahmen auf. Auch Fragen zum Versicherungsschutz und die Bedeutung der Nachbarschaftshilfe wurden umfassend erläutert. Informationen zu technischen Sicherungseinrichtungen von Türen, Fenstertüren, Rollläden, sowie speziellen Nachrüstungs-Produkten oder auch Zusatzschlössern als Basis eines wirkungsvollen Einbruchsschutzes wurden vorgestellt.

Fragen an den Experten

Hinweise zu Einbruchsmeldeanlagen als mögliche Begleitmaßnahmen mechanischer Sicherungstechnik ergänzten die Ausführungen des Referenten. Während und nach dem Vortrag gab es Gelegenheit, Fragen an den kriminalpolizeilichen Fachberater zu stellen, der auch eine kostenlose Beratung vor Ort vornimmt.
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