Er ist gerne Schirmherr

Sichtlich beeindruckt zeigte sich Staatssekretär Albert Füracker (links) von der Magnum-Flasche Weißbier, die ihm der zweite Vorsitzende der "Eisenzeit", Franz Singerer, überreichte.
Lokales
Bodenwöhr
09.05.2015
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Der "Blüten-Keller" des Ministeriums, eine unter die Haut gehende böse Stiefmutter und das sterbende Schneewittchen sorgten für einen abwechslungsreichen Abend. Dies beeindruckte besonders Staatssekretär Albert Füracker. Er hat nun eine reizvolle Zusatzaufgabe.

Die "Eisenzeit-Festspiele" haben 2015 wieder einen prominenten Schirmherrn: Albert Füracker, Staatssekretär im Finanz- und Heimatministerium, erhörte in der Nürnberger Dependance seines Hauses die Bitte des Vereins "Ring der Eisenzeit". Der Politiker aus dem Kreis Neumarkt, derzeit stark mit der Behördenverlagerung nach Nordbayern beschäftigt, ist neben Sozialministerin Emilia Müller der zweite Oberpfälzer im aktuellen Kabinett Seehofer. Sein Stab hatte ganze Arbeit geleistet und das großzügige Foyer des Ministeriums in eine Bühne für das Schirmherrn-Bitten verwandelt. Zur Delegation gehörten neben vielen Schauspielern der diesjährigen Stücke "Der verkaufte Großvater" sowie "Schneewittchen" auch Hüttenwerksrentner, der Kulturreferent des Landkreises Schwandorf, Franz Pfeffer sowie stellvertretender Bürgermeister Albert Krieger.

Ein Bodenwöhr-Kenner

Hubert Süß, künstlerischer Leiter der Festspiele, stellte zunächst die Projektreihe vor. Die "Eisenzeit" sei im Kern die kulturelle Auseinandersetzung mit 700 Jahren Eisenverhüttungs- und Guss-Tradition, sagte er. So bemühe sich der Ring stets, in seine Theaterstücke häppchenweise Informationen aus der Zeit zwischen dem 13. Jahrhundert und 1971 einzubauen. Dazu gesellten sich szenische Führungen, Ausstellungen, die alljährliche Barbarafeier und einiges mehr.

Albert Füracker bekannte, Bodenwöhr und die Brauerei dort gut zu kennen. Er machte dem zweiten Vorsitzenden des Rings, Franz Singerer (in Vertretung für den erkrankten Richard Stabl), Hoffnung, dass er die Bitte gerne annehmen werde. Außerdem pflege er regen Kontakt zur Firma Fischer-Haus, deren Eigentümer-Familie Fuchs ebenfalls aus dem Kreis Neumarkt stammt. Franz Singerer trug seinen Bittspruch in Reimform vor. Er betonte, dass die hohen Herren in München über Jahrhunderte hinweg das Bodenwöhrer Eisen gern und viel gebraucht hätten: Segensreich für Bauwerke, schadensreich für Kriegsgerät. Die Staatsregierung habe Bodenwöhr 1971 dann aber "schmählich verstoßen". Nach über 40 Jahren hätten die "hohen Rösser" aber scheinbar erkannt, dass es auch "jenseits der Wiesn" und "oberhalb der Allianz-Arena" noch ein Bayern gebe. So sei wohl das Ministerium in Nürnberg entstanden.

Gewaltige Tresore

Füracker nahm die Schirmherrschaft gerne an und freute sich sehr über das Gastgeschenk, eine Drei-Liter-Magnumflasche Jacob-Weißbier mit persönlicher Widmung. "Die kriegt einen Ehrenplatz", versprach er. Stellvertretender Bürgermeister Albert Krieger dankte dem frischgebackenen Schirmherrn. "Das gehört besiegelt, darum habe ich Ihnen das Wappen der Gemeinde Bodenwöhr mitgebracht", erklärte er. Für Gänsehaut sorgte die Sterbeszene aus "Schneewittchen", in der die Stiefmutter (Radmilla Vujicic) die junge Schöne (Katharina Lutter) mit berechnender Bösartigkeit und extrem ausdrucksstarkem Spiel um die Ecke bringt. Bevor die ansprechend arrangierten Nürnberger Bratwürsteln genossen wurden, ging es auf Tour durchs Haus. Die ehemalige Bank wurde als eines der ersten Gebäude nach der Kriegszerstörung errichtet. Die gewaltigen Kellertresore (laut Ministerium alle leer) sorgten für andächtige Gesichter. Die Zwerge hatten ihren Spaß mit dem "Blüten-Keller", in dem Markus Söder "Falschgeld" hatte deponieren lassen.

Staatssekretär Füracker nahm sich noch eine weitere Stunde Zeit. Dabei durfte er Karate-Tritte der deutschen Meisterin Noelle Benkler (7), einem der 7 Zwerge, abwehren. Und als er sich auf den nächsten Termin verabschieden musste, ließen ihn die Zwerge nicht gehen, ohne ihm noch eine tolle Kopfstandnummer zu präsentieren.
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