Erweiterung kostet Arbeitsplätze

Die Fensterfolienproduktion wird ausgelagert. Dadurch wird Platz für neue Anlagen in der Halle geschaffen. Nachteil: Etwa 15 Arbeitsplätze fallen dadurch weg. Bild: sir
Lokales
Bodenwöhr
25.11.2015
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Die Firma Tremco Illbruck in Bodenwöhr wächst weiter. Der führende Hersteller und Anbieter von Bauprodukten investiert in ein neues, modernes Produktionszentrum in Polen. Allerdings fallen dadurch auch 15 Arbeitsplätze im Bodenwöhrer Werk weg.

Teile der Produktionsfläche im Bodenwöhrer Werk werden in den neuen Standort in Polen integriert, sagte Geschäftsführer Walter Geyer am Montag, der sogleich die Gründe dafür erläuterte. Vorkomprimierte und imprägnierte Dichtbänder sowie Fenster- und Fassadenfolien für das Baugewerbe sowie Abdichtungsprodukte für die Industrie stellt Tremco Illbruck in Bodenwöhr her. Das rasante Wachstum des Unternehmens und die ehrgeizigen Ziele fordern eine kontinuierliche Modernisierung der Anlagen sowie den Aufbau neuer Kapazitäten, so der Sprecher.

Genug Fläche

Die Produktionsfläche sei am heutigen Standort räumlich begrenzt. Zur Gewährleistung der Modernisierung verlagere Tremco Illbruck die Produktion der Fensterfolien an den neuen Standort in Polen. Warum Polen? Geyer führte ins Feld, dass die Standortwahl durch mehrere Faktoren begünstigt sei. Polen sei neben Deutschland, Frankreich und Großbritannien der interessanteste und größte Markt für Abdichtungsprodukte in Europa. Außerdem wachse der Anteil an produzierten Fenstereinheiten überdurchschnittlich im europäischen Vergleich. Der neue Standort biete genug Fläche, um auch das heutige Vertriebslager in Polen an diesem Standort zu konzentrieren, argumentierte Geyer.

Das Verkaufsbüro der polnischen Vertriebsorganisation verbleibe am Standort Krakau. Durch die Verlagerung der Produktion werde im Bodenwöhrer Werk Platz für weitere Anlagen geschaffen. In den nächsten Jahren seien weitere Investitionen von rund 3,5 Millionen Euro für den Standort Bodenwöhr geplant. Geyer bedauert, dass allerdings rund 15 Arbeitsplätze durch die Verlagerung der Produktion der Fensterfolien hier wegfallen. Insgesamt seien es etwa 270 Mitarbeiter, die hier beschäftigt seien. "Diese Veränderungen werden so sozialverträglich wie möglich gestaltet", sicherte er zu. Die Umsetzung der Maßnahmen erfolge sukzessive im Laufe des ersten Halbjahres 2016.

"Entscheidung respektieren"

Bürgermeister Richard Stabl nahm die Worte des Geschäftsführers zur Kenntnis und erinnerte an die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Gemeinde. "Es handelt sich um eine unternehmerische Entscheidung, die ich als Bürgermeister und die Gemeinde respektieren müssen. Die Kommune hat alles getan und auch als Bürgermeister wird weiterhin alles getan", sicherte er dem Unternehmen zu. Auch diese Information im Vorfeld, dass Arbeitsplätze verlagert werden, zeige diese Partnerschaft zwischen Unternehmen und Gemeinde auf. Für ihn sei wichtig, dass Ausbildungs- und Arbeitsplätze Priorität haben, diese auch erhalten werden sollen, so Stabl. Das Vertrauen in den Standort sei auch von Unternehmerseite da. Er hoffe, dass auf dieses gute Verhältnis weiter aufgebaut werde.
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