Fahrplan gegen Algenplage

Nicht nur Wolken spiegeln sich im Hammersee. Auch der grüne Algenteppich in Ufernähe fällt ins Auge. Bild. sir
Lokales
Bodenwöhr
01.08.2015
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Wie kann die Blaualgen-Plage im Hammersee entschärft werden? Ein Entwicklungsplan soll Lösungen bringen. Der Gemeinderat Bodenwöhr hob außerdem auf Antrag von Georg Hoffmann und Alois Feldmeier den Bebauungsplan "Am Sulzbach" auf.

Der Bebauungsplan "Am Sulzbach" ist Geschichte, die ehemaligen Musterhäuser werden wohl keiner Wohnnutzung zugeführt. Das hatten Georg Hoffmann (CSU) und der am Mittwoch entschuldigt fehlende Alois Feldmeier (BFB) beantragt. Im Zuge des Bauleitplanverfahrens waren immer neue Probleme aufgetaucht, begonnen von möglicher Lärmbelastung durch das benachbarte Unternehmen bis hin zu Altlasten im Boden.

Einige der Schwierigkeiten konnten geklärt werden - etwa der Lärmschutz -, die Altlasten-Frage war aber noch nicht zur Zufriedenheit der Behörden geklärt. Mit 9:7 Stimmen wurde dem Antrag auf Einstellung und das Aufheben des Bebauungsplans gebilligt. Auch die weiteren, bisher gefallenen Beschlüsse hob der Gemeinderat auf.

Das Projekt "Hammersee ohne Blaualgen" ist im Gemeinderat ein Dauerbrenner. Dr. Francis Foeckler vom Büro "Ökon" aus Kallmünz stellte die möglichen Sanierungsmaßnahmen vor. An 20 Probe-Stellen sei Sediment entnommen worden, das untersucht wurde. Als besonders problematisch zeigte sich hierbei der Zulauf zum Warbrucker Weiher. Hier finde sich das Schwermetall Cadmium. Die Verschmutzung sei aber nicht so gravierendes Problem, dass man entschlammen müsse, sagte der Fachmann.

Als nicht nachhaltig stufte er technische Maßnahmen, Oberflächen- und/oder Tiefenwasserablass als Notmaßnahme oder chemische Verfahren zur Phosphorfällung ein. Sinnvoll dagegen seien das Schaffen von Schilf-Zonen, geringerer Düngereinsatz, Schaffung von Pufferzonen, Extensivierung der Teiche, Renaturierung der Bäche und Gräben und höhere Raubfischbestände. So soll der Nährstoffvorrat im Weiher gesenkt werden. Mehrere dieser Maßnahmen sollen angegangen werden, so Dr. Foeckler. Er empfahl auch den bereits erstellten Gewässerentwicklungsplan zu vollziehen. Es solle ein Fachmanagement aufgebaut werden, das sich aus Kommune, Wasserwirtschaftsamt, Naturschutzbehörde, örtlichen Unternehmen, ehrenamtlichen Bürgern und - als wichtigstem Partner - den Landwirten zusammensetzen soll. Bürgermeister Richard Stabl ergänzte, dass die Zusammenarbeit mit dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) und den anderen Kommunen im Einzugsbereich des Sees gesucht werden solle. Die Räte nahmen Kenntnis von diesen Ausführungen und beschlossen einstimmig, die Verwaltung zu beauftragen, in Kooperation mit den Fachleuten und Anliegern so schnell wie möglich den Fahrplan umzusetzen.

Ein Kostenangebot mit Messstellen speziell für den Warbrucker Weiher soll eingeholt werden. Außerdem ist für Mitte bis Ende September ein Symposium oder ein Workshop zu dem Thema geplant.
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