Intelligent kombiniert

Zahlreiche Offizielle lauschten dem Richtspruch für das neue Zehn-Familienhaus in Bodenwöhr. Bilder: doz
Lokales
Bodenwöhr
05.11.2015
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Der Firmen-Geschäftsführer spricht von einem "ganz besonderen Richtfest" - noch gewöhnlich. Ein Professor lobt die "intelligente Bauweise" - lässt aufhören. Als Gast ist Staatssekretär Albert Füracker angekündigt - es muss sich also um etwas Besonderes handeln.

Um was es bei dem Pressetermin am Mittwochnachmittag in Bodenwöhr konkret ging? Um die sogenannte Hybridbauweise. Diese kombiniert Holz und Beton. Der Vorteil liegt sowohl in der Energieeffizienz (der Staat fördert die Bauherren deshalb auch) als auch in der kurzen Bauzeit. Füracker musste im Übrigen aufgrund einer privaten Angelegenheit kurzfristig absagen.

Kein Rohbau mehr

Vor sieben Wochen hatten Arbeiter die Bodenplatte betoniert. Am Mittwoch war bereits Richtfest. Dabei betont Reinhard Fuchs, Geschäftsführer von Sysco (dahinter verbergen sich die Firmen Backer Bau, FS Fuchs-Systembau und FischerHaus): "Wir können nicht mehr von einem Rohbau sprechen." Fenster, Rolläden und Lüftungsleitungen seien schon verbaut. Die hybride Bauweise hat laut Fuchs einen weiteren Vorteil: "Bei ausschließlich Holz stößt man vor allem beim Schall- und Brandschutz an Grenzen." Nicht so, bei der kombinierten Variante. Auch Heinrich Köster, Präsident der Hochschule Rosenheim, spricht von einer "intelligenten Lösung". Und das, obwohl der Professor gelernter Zimmermann ist und nach eigener Aussage "in Sägemehl getauft worden" ist. "Das richtige Material am richtigen Platz - das ist meine Botschaft", sagte Köster. Wie das bei dem Zehn-Familienhaus vonstatten ging, erklärte Fuchs: "Alle tragenden Bauteile setzen wir im Beton-Massivbau um und kombinieren dies mit hochenergieeffizienten Außenwänden und Dachflächen in Holzkonstruktion. Wir setzten großformatige, im Werk vorgefertigte Beton- beziehungsweise Holzbau-Elemente für Wand, Decke und Dach ein."

Schlüsselfertige Übergabe

Köster skizzierte außerdem den Eigenheim-Markt: "Es gibt in Deutschland 40 Millionen Wohneinheiten - das ist ein gewaltiges Volumen." Würde man alle energetisch sanieren wollen, bräuchte man dafür 99 Jahre. Gerade deshalb hatte der Professor für die Hybridbauweise viel Lob übrig. Ein weiterer Vorteil: "Die Hybridbauweise beeinflusst den Preis sinnvoll. Das hält auch die Mieten in verträglichem Rahmen." Im Februar oder März sollen die zehn Wohnungen laut Fuchs schlüsselfertig an die Mieter übergeben werden. Die Kosten für das Haus lagen bei rund 1,3 Millionen Euro. Das Wohngebäude entspricht einem sogenannten Effizienzhaus 40 (je kleiner die Zahl, desto energieeffizienter ist das Haus).
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