Kantoren geben Ton an

Die Kantoren (von links) Ghislaine Spörl, Martina Zankl, Helga Zwerenz, Barbara Michalski, Birgit Fenzl und Dekanats-Kirchenmusiker Norbert Hintermeier gestalteten die Orgelvesper. Bild: sir
Lokales
Bodenwöhr
12.11.2015
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Vesper, das bedeutet in manchen Regionen "Brotzeit", oder einfach Pause. Eine Auszeit war auch die Orgelvesper in der Pfarrkirche - zur seelischen Erbauung.

Das Gebet ist unverzichtbarer Bestandteil christlicher Kultur, als individuelles Gespräch mit Gott oder kollektiv während der Gottesdienste gesprochen. Eine Besonderheit bildet die Orgelvesper, ein kirchliches Abendgebet in Verbindung mit Orgelmusik. Als kleine Auszeiten und Fluchten im Alltag, gerade in unserer schnelllebigen Zeit, bieten sie ein Innehalten, um wieder Kraft zu tanken.

Viele Menschen wissen um die wohltuende Wirkung und kamen am späten Sonntagnachmittag in die Pfarrkirche St. Barbara, um bei der Orgelvesper dabei zu sein. Dekanatskirchenmusiker Norbert Hintermeier nimmt sich der Ausbildung von Kantoren an. Nach monatelanger intensiver Vorbereitung zeigten die neuen Kantoren des Dekanats Schwandorf ihr Können: Birgit Fenzl, Barbara Michalski, Ghislaine Spörl, Martina Zankl und Helga Zwerenz. Als Organist fungierte Norbert Hintermeier. Ergänzt wurden die spirituellen und geistlichen Impulse durch Pfarrer Johann Trescher, der die Vesper eindrucksvoll mitgestaltete.

Mehrere Stationen

Der Schwerpunkt einer Orgelvesper liegt auf den Inhalten und nicht auf dem konzertanten Orgelspiel. Doch bilden die Elemente, wie unter anderem Psalmen, Hymnus, Magnifikat und Lesung unterschiedliche Stationen. Wer sich auf die Musik, Gesang und das Orgelspiel einlässt, gewinnt durch das Meditative, öffnet sich für neue Gedanken. Hier bot sich durch das attraktive Klangspektrum die Gelegenheit, auch den Kirchenraum neu zu erleben. Die Gottesdienstbesucher waren bei einigen Liedern gefordert, mitzusingen, wie beispielsweise beim allseits bekannten "Nun lobet Gott im hohen Thron", oder "Meine Hoffnung und meine Freude". Zur Einleitung intonierte Norbert Hintermeier die Sonate d-moll von P. D. Michele Giustiniani an der Orgel. Das Marienlob "Ave Maria" von Ignaz Reimann gefiel.

Und nach dem Orgel-Nachspiel, dem Präludium von Josef Rheinberger zeigte sich, dass die Ausführenden die Herzen der Vesperbesucher erreicht hatten: Großer und verdienter Applaus setzte ein. "Vielleicht dürfen wir wiederkommen", meinte Norbert Hintermeier bescheiden und erfreut zugleich. Pfarrer Johann Trescher dankte ihm und den Kantoren.
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