Knolle spielt Hauptrolle

Über dem offenen Feuer eine Kartoffel zu braten hatte für die Kinder etwas Abenteuerliches. Bild: sir
Lokales
Bodenwöhr
18.10.2015
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Bei der "Erpflkirwa" in Warmersdorf am Wochenende lagen die Kartoffel-Freunde genau richtig, gute Unterhaltung und Spaß am Feiern inbegriffen. Der Förderverein des SV Alten- und Neuenschwand hatte alles vorbereitet und wurde nicht enttäuscht.

Die Erwartungen der Organisatoren wurden gänzlich erfüllt. Im vollbesetzten Festzelt hielten die "Bayerwald-Rebellen" am Samstagabend die Gäste bei prächtigster Laune. Zu fortgeschrittener Stunde herrschte reger Betrieb an der Bar.

Die Kartoffel, aus der vollwertigen Ernährung ist sie nicht mehr wegzudenken. Einst als Dickmacher verschrien, führte sie einige Zeit zu Unrecht ein Schattendasein bei den Figurbewussten. Ernährungsphysiologen machen darauf aufmerksam, dass neben den sättigenden Kohlenhydraten eine Vielzahl an Spurenelementen für die "tolle Knolle" sprechen.

Allein die Zubereitungsart darüber entscheidet, ob die sie tatsächlich zu einer Kalorienbombe wird. Beispielsweise gegart, mit Kümmel und verschiedenen Kräutern gewürzt, gilt sie als gesunde schmackhafte und nicht zuletzt magenfreundliche Beilage. "Pommes frites" dagegen sollten eher seltener auf dem Speiseplan stehen. Sie zählen zu den gefürchteten Dickmachern.

Viele Spezialitäten

Bei der "Erpflkirwa" nahm die Kartoffel natürlich die Hauptrolle ein. Der Name des Festes allein ließ die Bedeutung der "tollen Knolle" bereits anklingen, die auch stark mit dem erst vor kurzem gefeierten Erntedankfest in Verbindung steht. Grundnahrungsmittel Nummer 1 war die Kartoffel, neben dem täglichen Brot. Die Oberpfalz wurde einst auch "Erdäpfelpfalz" genannt, mit dem wenig schmeichelndem Unterton des Ärmlichen und Rückständigen.

Dabei entstanden hier Rezepte, die - modern ausgelegt - heute auch Gourmets überzeugen können. "Spotz'n" sind keine gekochten oder gebratenen Singvögel, sondern Kartoffelknödel oder -klöße, die beliebte Beilage zum Schweinebraten schlechthin. Am Sonntag spielte das Brandl-Duo aus Hirschling zünftig auf. Diverse Kartoffelspezialitäten wurden angeboten, wie beispielsweise Fingernudeln mit Kraut. Doch auch gängige Speisen vom Grill und Süßes zum Kaffee vervollständigte die attraktive umfangreiche Speisenkarte.

Nach der Kartoffelernte zündeten die Bauern früher das Kartoffelkraut an. In dem Feuer wurden traditionsgemäß Kartoffeln gebraten. Und mancher Erwachsene erinnerte sich gerne an diesen Teil seiner Kindheit zurück, als er einst bei der "Erpflkirwa" die schwarze Kruste entfernte und die heiße, goldfarbene Kartoffel ohne jede Zutat gegessen hatte. Unvergleichlich dieser Geschmack der eigentlich einfachen Speise, frisch vom Acker: Keine Zubereitung in Pfanne oder Kochtopf kann es mit der einfachen Methode auf dem Feld aufnehmen.

Am offenen Feuer

Ein kleines bisschen von dieser Atmosphäre wurde bei der Kirwa wieder lebendig. Unter Aufsicht und mit Unterstützung der Erwachsenen brieten die Kinder ihre Kartoffeln über dem offenen Holzfeuer. Um die Geduld der Kleinen nicht überzustrapazieren, waren die Kartoffeln bereits vorgekocht. So gestärkt ging's auf die Hüpfburg, in der es sich herrlich rumtoben ließ.
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