Leise Stimme Gottes hören

Die Gesangsgruppe Schmidhuber, die Geschwister Bernhard junior. Brigitte und Maria (von links) brillierten mit ihrem harmonischen Gesang und Zusammenspiel. Bilder: Schieder (3)
Lokales
Bodenwöhr
23.12.2014
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Beim adventlichen Singen und Musizieren am Sonntagnachmittag in der Pfarrkirche St. Barbara blieben Hektik und Stress draußen vor dem Kirchenportal. Ruhe finden, lautete das Anliegen. Der Anspruch wurde allen gerecht.

Eine Vielzahl von Menschen strömte in das Gotteshaus, um sich von der Weihnachtsstimmung anstecken zu lassen. "Singen und Musizieren zur Weihnachtszeit - bei uns und anderswo": Dieser Titel verhieß einheimische Weisen, aber auch internationale Lieder. Eingeladen dazu hatten die Bodenwöhrer Sänger, selbst Mitwirkende, unter der Gesamtleitung von Karl Schwarzer.

Der Adventruf

Noch vor Beginn der Veranstaltung wies Schwarzer auf eine Programmänderung hin. Krankheitsbedingt konnte die Bodenwöhrer Stubenmusik nicht auftreten. Pfarrer Johann freute sich, dass sich die Besucher die Zeit genommen haben, um ruhig zu werden und sich auf das Geheimnis des Weihnachtsfestes einzustimmen. Sein Dank galt allen Mitwirkenden und Organisator Karl Schwarzer. Zuvor schon hatte Richard Hauser mit seiner Posaune die Zuhörer mit dem Adventruf zum Sammeln der Gedanken gebracht.

Im Schein der vier Adventskerzen wurden viele Weihnachtsevergreens, aber auch weniger bekannte Melodien mit wunderbaren Stimmen und anrührender Instrumentalmusik dargebracht. Nachgezeichnet wurden Passagen des Evangeliums beim Lied "Als Maria übers Gebirge ging", präsentiert von den Bodenwöhrer Sängern. Dann war die Rede vom Besuch Mariens bei ihrer Base Elisabeth, die ebenfalls ein Kind erwartete. "Es ist für uns eine Zeit angekommen", ein Beitrag, der aus der Schweiz stammt, berichtet von der Volkszählung, die Kaiser Augustinus angeordnet hat und demzufolge sich Josef und Maria auf den Weg machten.

Internationales

"In nächt'ger Stille", einer Weise aus Polen, wundervoll interpretiert von der Gesangsgruppe Schmidhuber, erging der Aufruf an die Hirten, an die Krippe zu eilen. Die Geburt Jesu in einer Krippe im Stall zu Bethlehem steckt voller Symbolkraft, vor allem hinsichtlich der Menschwerdung des Messias. Die Gedanken schweifen zu lassen, ermöglichten vor allem auch die Instrumentalklänge der "Maxhütter Stub'nmusi", des Bläserduos Antonia Schmid und Karl Schwarzer, des Zithertrios Bodenwöhr sowie der Blechhammerer "Saitenkratzer", im Verbund mit Richard Hauser mit seinem Baritonhorn.

Aus Frankreich stammt ein Lied, das die Gesangsgruppe Schmidhuber auf Deutsch vortrug: "Engel auf den Feldern singen", aus Israel das "Erev Ba - Abendlied", das die Maxhütter Stub'nmusi intonierte. "The First Noel" aus England wurde original von der Gesangsgruppe Schmidhuber gebracht, die Bodenwöhrer lieferten die deutsche Übersetzung nach: "Als Jesus kam".

Unter Druck

In Bodenwöhr leben seit kurzem Asylbewerber aus der Ukraine. Diese dürfte der aus diesem Land stammende Titel "Unser Heiland ist geborn" besonders gefreut haben, einem gemeinsamen Beitrag der Bodenwöhrer Sänger und der Gesangsgruppe Schmidhuber. Franz Singerer trug Gedanken zum Advent vor. Um die leise Stimme Gottes zu hören, bedürfe es Ruhe und Stille. Dem Druck der Vorbereitungen könne man sich kaum entziehen. Auch die heilige Familie habe unter Druck gestanden, Maria durch die besonderen Umstände ihrer Mutterschaft, der Herbergssuche und später bei der Flucht vor Herodes. Doch gewinne man den Eindruck, dass Maria stets mit großer Ruhe gehandelt habe.

Mittendrin und am Ende der Veranstaltung waren auch die Zuhörer gefordert beim Mitsingen des Liedes "Weihnachtszeit" und des bekannteren "Tauet Himmel, den Gerechten". Kaum waren die letzten Töne verklungen brandete verdienter Applaus auf, erhob sich das Publikum von den Bänken. Der Eintritt zu diesem musikalischen Ereignis, das einen weiteren kulturellen Höhepunkt in der Gemeinde Bodenwöhr setzte, war frei. Der Reinerlös aus den Spenden kommt der Flüchtlingshilfe der Pfarrei zugute.
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