Loblied auf den bayerischen Weg

CSU-Bezirksvorsitzender Albert Füracker (links) stellte sich den Fragen der Jungen Union: stehend Vorstandsmitglied Johannes Weiß, daneben sitzend JU-Kreisvorsitzende Bettina Bihler. Am Sommerempfang in Bodenwöhr nahmen auch Landrat Thomas Ebeling und MdL Alexander Flierl (von rechts) teil. Bild: rid
Lokales
Bodenwöhr
08.09.2015
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Die Themen reichten vom öffentlichen Personennahverkehr bis zur Maut und vom schnellen Internet bis zur Dorferneuerung. Albert Füracker (CSU), Staatssekretär im bayerischen Heimatministerium, stand der JU Rede und Antwort, ließ aber gleichzeitig wissen: "In der Politik gibt es keine Patentrezepte", dafür aber "den bayerischen Weg".

Schwerpunkte des Sommergesprächs der Jungen Union mit dem CSU-Bezirksvorsitzenden Albert Füracker waren "Griechenland" und "Asyl". Dazu hörte das Kabinettsmitglied am Sonntag im Gasthof Jacob auch kritische Fragen.

Füracker lobt im Gespräch mit dem CSU-Nachwuchs grundsätzlich den "bayerischen Weg", etwa in der Familienpolitik: Der vierfache Familienvater aus dem Landkreis Neumarkt lässt sich nicht abbringen vom Betreuungsgeld, das Bayern weiterhin zahlen werde. Sich autark mit Energie zu versorgen, das werde der Freistaat dagegen nicht schaffen. Albert Füracker ist für "einen möglichst raschen Ausbau der regenerativen Energie" und ist sich bewusst: "Der aktuelle Verbrauch fossiler Rohstoffe ist nicht mehr zukunftsfähig."

Bis 2019 soll Bayern flächendeckend mit schnellem Internet versorgt sein. In den Landkreis werden bis dahin 28 Millionen Euro an Fördergeldern fließen. Das entspricht einem Fördersatz von 82,7 Prozent. Über das eigene Programm des Bundes ist der CSU-Politiker "nicht glücklich". Den DSL-Ausbau könne der Freistaat alleine schultern. Nicht aber das Flüchtlingsproblem.

Für "letzte Chance"

Albert Füracker ist enttäuscht von der europäischen Werte- und Wirtschaftsgemeinschaft und der Meinung: "Die EU steht in der Flüchtlingsfrage vor dem Offenbarungseid". Die Asylbewerber gesellschaftlich zu integrieren, müsse eine europäische Gemeinschaftsaufgabe sein. Ehrenamtliches Engagement, sei es noch so groß, reiche hier nicht aus.

Kritisch hinterfragte der CSU-Nachwuchs die erneute Hilfe für Griechenland. Alexander Trinkmann (Neunburg vorm Wald) hatte kein Verständnis für die Befürworter, "die zwar das Verhalten der Griechen auf das Schärfste verurteilen, aber immer wieder zahlen". Albert Füracker teilte die Bedenken der Jugendlichen, ist aber dafür, "den Griechen eine letzte Chance zu geben".

Der Finanz- und Heimat-Staatssekretär bedauert zwar das Veto der EU zur Maut, ist aber der Überzeugung: "Sie wird trotzdem kommen". Deshalb habe Verkehrsminister Alexander Dobrindt keinen "Plan B" in der Schublade. Die Erhebung von Pkw-Steuern sei Sache der Länder.

Bahn bleibt Thema

Albert Füracker glaubt an die Elektrifizierung der Bahnstrecke von Regensburg nach Hof und von Nürnberg nach Marktredwitz "bis 2023". Bei der Dorferneuerung und Innenstadtentwicklung rät der CSU-Bezirksvorsitzende den Kommunen, die Bürger mitzunehmen. Den innerörtlichen Handel dürfe man nicht gegen den Supermarkt am Stadtrand ausspielen.
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