Musik, die tief berührt

Oliver Hien begleitete manche Stücke auf seiner Violine.
Lokales
Bodenwöhr
04.04.2015
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Pfarrer Johann Trescher hat auf seinem geistlichen Weg Spuren hinterlassen. Menschen, die seinen Weg als Kaplan kreuzten, kamen als Chorgemeinschaft St. Georg Pressath zu seiner aktuellen Wirkungsstätte. Ihr Konzert bereicherte die Besucher auf wunderbare Weise.

Vertiefen konnten die Christen ihre Empfindungen zu Ostern beim Passionskonzert in der Pfarrkirche St. Barbara. Um eines gleich vorweg zu nehmen: Die Kirche war nur halb voll und am Ende stand fest: Wer nicht kommt, ist selber schuld.

Das Passionskonzert bot eine echte Einstimmung auf die österliche Zeit. Das Medium Konzert ist eine besondere Art des Glaubenszeugnisses, das es schafft, die Menschen zu berühren. In diesem Fall trug es dazu bei, an das Fest der Christen zu erinnern, das als das höchste im Kirchenjahr gilt. Im Zentrum des Passionskonzerts standen Gedanken um den Frieden, zwangsläufig streifen diese Gedanken auch den Krieg mit all seiner Sinnlosigkeit. Angst, Schmerz und Trauer verursachend, schließt sich wieder der Kreis zur Passion. Sowohl die Liturgie, als auch das Programm des Konzerts, vermitteln auch Hoffnung, so beispielsweise beim Thema aus "Schindlers Liste" von John Williams für Violine und Klavier. Geprägt von hoher Zuversicht ist ebenso Dietrich Bonhoeffers "Von guten Mächten", nach einer Fassung von Regensburgs Domkapellmeister Roland Büchner. Drei Stücke entstammen dem "Stabat Mater", komponiert von Karl Jenkins, ein Werk, das als Inbegriff der Passion gilt. "And the Mother did weep" beinhaltet das Leid der Muttergottes unter dem Kreuz. Es deutet aber auch auf das Leid der Mütter in unseren Tagen hin, deren Kinder sterben. Noch ganz frisch ist das jüngste Ereignis um den offenbar herbeigeführten Flugzeugabsturz in den französischen Alpen, bei denen Schulkinder ums Leben kamen.

Bezug auf KZ-Inhaftierte

Uschi Steppert brillierte mit ihrer wunderbaren Sopranstimme. Besonders an Kraft gewann das "Are you lost out in Darkness", das auch in Aramäisch gesungen wurde. Nicht minder einfühlsam und eindringlich glänzten Oliver Hien auf der Violine und Benjamin Schallwig am Klavier. Noch weitere Werke von Rudolf Mauersberger, Viktor Ullmann, John Williams und Felix Mendelssohn-Bartholdy erzählten von Trauer, Leid und Schmerz, nahmen häufig Bezug auf die Inhaftierten in den Konzentrationslagern.

Singend war die Chorgemeinschaft St. Georg in die Pfarrkirche eingezogen, mit dem "Da pacem, Domine". Am Ende rief Chorleiter Richard Waldmann die Anwesenden auf, dieses Lied mitzusingen. Pfarrer Johann Trescher dankte den Sängern sowie den Instrumentalisten für ihre Darbietungen. Einige von ihnen waren einst seine Kommunionkinder, die nun auch bereits in Ehren ergraut seien. Der Geistliche sprach von einer "Sternstunde in der Pfarrkirche St. Barbara". Es hatte die Konzertbesucher während der einzelnen Darbietungen bereits öfters in den Fingern gejuckt zu applaudieren. Am Schluss brach sich die Begeisterung Bahn, wurde kräftig hochverdienter Applaus gespendet, hielt die Zuhörer nichts mehr auf den Bänken. Eintritt war nicht erhoben worden. Pfarrer Trescher bat um Spenden, um die Kosten einigermaßen zu decken, die den Anreisenden entstanden waren.
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