Ohne Scheu gemeinsam

Gemeinsames Arbeiten verbindet und bringt Freude. Bild: Schieder
Lokales
Bodenwöhr
19.10.2014
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Die Heidelerche steht auf der "Roten Liste". Ihren Lebensraum zu sichern, war das Anliegen einer Aktion, die junge Menschen zusammenbrachte. Auch der Inklusionsgedanke spielte dabei eine Rolle.

Ein gemeinsames Ziel vor Augen - das verband die Schüler des Berufszweigs Forstwirtschaft aus dem Berufsschulzentrum Oskar-von Miller-Schwandorf, Außenstelle Neunburg vorm Wald und die Werkstattbeschäftigten der hauseigenen Klostergärtnerei der Barmherzigen Brüder Reichenbach. An zwei Tagen waren die 18 Berufsschüler und acht Landschaftsgärtner der Klostergärtnerei damit beschäftigt, den Kiefernjungbestand mit Freischneidern auf dem alten Truppenübungsplatz entlang der SAD 14 zu Leibe zu rücken.

Hand in Hand

Diese Maßnahme war notwendig geworden, da es sich hier um den Lebensraum der Heidelerche handelt. Dieser Bodenbrüter steht mittlerweile auf der "Roten Liste" der vom Aussterben bedrohten Vogelarten. Am Donnerstag und am Freitag arbeiteten die beiden Gruppen Hand in Hand. Während die Landschaftsgärtner aus Reichenbach im Umgang mit den Freischneidern geübt sind, stellte dies für die Berufsschüler Neuland dar. Und hier setzte das Thema Inklusion an: Im gemeinsamen Miteinander lernten in diesem Fall die Schüler von Menschen mit Beeinträchtigungen.

Die Werkstattbeschäftigten konnten den Berufsschülern ihr Wissen und ihre Qualifikation zeigen, als sie erklärten, wie man mit einem Freischneider umgeht und was es dabei zu beachten gibt. Die Schüler wiederum hatten die Aufgaben per Präsentation vorzustellen. Aufmerksam lauschten die Anwesenden deren Ausführungen, unter ihnen Susanne Deutschländer, Geschäftsführerin des Naturparks Vorderer Bayerischer Wald.

Mit von der Partie waren auch Harald Schiller, stellvertretender Leiter des Forstbetriebs Roding, Markus Kurz, Gebietsbetreuer beim Naturpark Oberpfälzer Wald und des Oberpfälzer Seenlandes, Walter Kagerer, Werkstattleiter der Barmherzigen Brüder Reichenbach, Sabine Thurig vom sozialen Dienst der Werkstätte und Tino Gmach, Lehrer am Berufsschulzentrum in Neunburg vorm Wald.

In der Endrunde

Bei dem gemeinsamen Projekt "Artenschutz inklusive" profitierten Behinderte und Nichtbehinderte gleichermaßen. Die Schüler erweiterten ihre Sichtweise bezüglich Menschen mit Beeinträchtigungen und erlebten dabei, dass Bildung auch umgekehrt funktioniert. Und die Werkstattbeschäftigten gewannen während des gemeinsamen Arbeitens und den gemeinsamen Pausen an Selbstsicherheit und Vertrauen, erlebten sich so als Teil der Gesellschaft. "Für dieses Projekt wurde unsere Einrichtung aus knapp 300 Bewerbungen für die Endrunde des Bayerischen Miteinander-Preis 2014 nominiert", erläuterte Sabine Thurig. Die angehenden Forstwirte stellten den Truppenübungsplatz als Lebensraum mit verschiedener Vegetation und hier lebenden Tierarten dar.

Die Heidelerche ist in ganz Europa beheimatet, aber auch nördlich von Afrika und westlich von Asien. Im Winter zieht es sie als Zugvogel in wärmere Gefilde. Inzwischen genießt sie die Stufe I beim Schutzstatus, da sie vom Aussterben bedroht ist. In den letzten Jahren ist ihr Bestand um 50 Prozent zurückgegangen. Der Standort Truppenübungsplatz soll als Freifläche erhalten bleiben. Hier sind auch viele Tiere beheimatet.
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