Plötzlich "Sand im Getriebe"

Die Gemeindeverbindungsstraße von Altenschwand nach Meldau ist in marodem Zustand. Gemeinsam mit Wackersdorf ließe sich der Neubau interkommunal umsetzen. Ob dies möglich ist, muss sich zeitnah bei der nächsten Gemeinderatssitzung in Bodenwöhr erweisen. Bild: Mayer
Lokales
Bodenwöhr
06.03.2015
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Die interkommunale Zusammenarbeit beim Neubau der Verbindungsstraße von Meldau nach Altenschwand wäre sinnvoll, allein schon wegen der Kosten. Bei der Gemeinderatssitzung ging es letztlich um konkrete Zahlen. Nun wird es zeitlich gesehen eng.

Wenn Maßnahmen getrennt ausgeschrieben werden, läuft es in der Regel auf höhere Zuschlagspreise hinaus. So müssen beispielsweise getrennte Baustellen eingerichtet werden. Erfolgt indes die Bündelung auf ein Projekt, kommen Synergieeffekte zum Tragen. Mit dieser Thematik hatte sich der Gemeinderat bei seiner Sitzung am Mittwochabend zu befassen.

Frist: 1. April 2015

Im Vorlagebericht war der Sachverhalt ausführlich dargestellt. Demnach möchte Wackersdorf heuer und nächstes Jahr die Verbindungsstraße Meldau von der B 85 bis zur Gemeindegrenze Bodenwöhr (Altenschwand) neu errichten. In diesem Zusammenhang bietet sich auch aus Bodenwöhrer Sicht die interkommunale Kooperation förmlich an. Beim Abstimmungsgespräch beider Gemeinden im Februar wurde vorgeschlagen, die Ausführungsplanungen baldmöglichst erstellen zu lassen und auszuschreiben. Das gemeinsame Projekt hätte aus Sicht der Verwaltung mehrere Vorteile. Zum einen ließe sich ein günstiges Ausschreibungsergebnis erzielen, zum anderen wäre der Verkehr bei der zeitlichen Einteilung nur bedingt tangiert. Eine bauliche Realisierung nach 2016 auf Bodenwöhrer Seite verschaffe der Hammersee-Gemeinde haushaltstechnisch "Luft".

Der Zuwendungsantrag für den Neubau war bereits am 22. Oktober 2014 vom Gemeinderat Bodenwöhr beschlossen worden. Er ging an die Regierung, die ihrerseits mitteilte, dass dieses Projekt mit Gesamtkosten von knapp einer Million Euro (förderfähig: 941 000 Euro) zur Bezuschussung mit rund 60 Prozent vorgemerkt sei. Die Kommune solle bis zum 1. April 2015 mitteilen, ob das Vorhaben heuer zum Tragen komme. "Grünes Licht" kam ferner vom Wasserwirtschaftsamt Weiden, das die Maßnahmen zum notwendigen Hochwasserschutzkonzept an der Straße mit 75 Prozent bei einer Mindestinvestitionssumme von 50 000 Euro fördern würde.

Erst Leitungen sanieren

Christian Faderl vom Ingenieurbüro Renner und Hartmann Amberg erläuterte detailliert die interkommunale Maßnahme. Bei der folgenden Diskussion zweifelte vor allem Randolf Alesch die Dringlichkeit des Projekts ein. Die Sanierung maroder Wasserleitungen und Kanalstränge im Gemeindegebiet müssten Priorität haben. Dies sei schwierig genug bei desolaten finanziellen Verhältnissen im Etat.

Geschäftsleiter Otto Eichinger konterte mit dem Hinweis, dass er mit dem Kämmerer eine Zahlenwerk ohne Nettoneuverschuldung präsentieren werde, das besagte Sanierungsprojekte beinhalte.

Alesch beantragte schließlich, die Entscheidung auf die nächste Sitzung zu verschieben. Dann sollen die detaillierten Kosten für den Hochwasserschutz vorliegen sowie die Eckdaten des Haushalts 2015. Der Antrag wurde schließlich mehrheitlich gebilligt. Nun ist Eile angesagt. Wie erwähnt, möchte die Regierung bis 1. April Bescheid wissen.
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