Ruhestätte sorgt für Diskussion

Lokales
Bodenwöhr
27.11.2015
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Der Gemeinderat sprach am Mittwoch intensiv über die Erweiterung des gemeindlichen Friedhofs mit Urnenstelen und alternativen Bestattungsformen. Vorgestellt wurde auch das Ergebnis der Besichtigungsfahrt, woraus die Beratung und eine Beschlussfassung resultierten.

Die Planungen begannen bereits im Sommer letzten Jahres, wobei der Fokus bei Urnenstelen lag. Zwischenzeitlich hat sich das Meinungsbild geändert. Es war der fünfte Tagesordnungspunkt dieser Sitzung, zu der der Gemeinderat Franz Rembold vom gleichnamigen Landschaftsarchitekturbüro eingeladen hatte. Es ging nicht allein um alternative, zeitgemäße Bestattungsformen, sondern auch um die Erweiterung des Friedhofs "Klause". Diese sei notwendig, da laut Verwaltung nur mehr 14 Familiengräber und fünf Urnengrabplätze zur Verfügung stehen. Hinzu kommen derzeitige Auflassungen von zwei Familiengräbern und drei Einzelgräber.

Gräber für Sternenkinder

"Wegen dieses knappen Angebotes sollte baldmöglichst die Erweiterung des Friedhofs begonnen werden", so Stabl. Während der Umplanungsphase hätten sich weitere Gesichtspunkte ergeben, wie Kostenminimierung, geringerer beziehungsweise kein Pflege- und Unterhaltungsaufwand sowie neue Bestattungsvarianten. Franz Rembold rief mit Bildern die verschiedenen Beispiele gelungener und weniger in Frage kommenden Möglichkeiten ins Gedächtnis, die während der Besichtigungsfahrten in Nürnberg, Kulmbach und Ludwigschorgast entstanden seien.

Für Bodenwöhr können im Bereich des Kreuzes Gräber für Sternenkinder und anonyme Bestattungen geschaffen werden. Gegenüber können Urnenstelen in einer Bogenform angeordnet entstehen. Im Bereich des Leichenhauses sei Platz für drei vorgelagerte Urnenstelen, bei denen sechs bis neun Urnengräber pro Einheit eingebracht werden.

Davor sei ein Urnengemeinschaftsgrab geplant, mit einer Rasenfläche, wo ebenfalls Urnen bestattet werden. Der Zugang erfolge zwischen zwei Rosenspalieren, rechts und links von einer Rosenhecke. Abgetrennt ist diese Anlage vom Leichenhaus mit einer Sichtschutzhecke. Auch Bäume wurden in diesem Bereich eingeplant.

Vonseiten der Räte kamen diverse weitere Gestaltungsmöglichkeiten wie das Anlegen eines Kreises mit einer mittig angebrachten Stele. Alternativ könne es auch eine Quadratform sein. Zur Friedhofserweiterung meinte Rembold, dass man die rückwärtige Wand des Leichenhauses durch ein Tor ersetzen könne, so dass auch hier eventuell die Aussegnung stattfinden könne. Die angrenzende Fußballfläche soll nur teilweise für den Friedhof erschlossen werden. Auch hier sollen Ruhebänke und Wasserentnahmestellen mit berücksichtigt werden. In der Mitte sollen Familien- und Einzelgräber entstehen. Sowohl auf der Süd- als auch auf der Nordseite können Urnenbestattungen stattfinden. Auch Lautsprecheranlage, Beleuchtung sollen mit in die Planung fließen.

Bürger sollen sich beteiligen

Das Gremium nahm Kenntnis von den Ausführungen und beauftragt Franz Rembold mit den weiteren Planungen für die Gestaltung und die Erweiterung. Auch soll die Bürgerbeteiligung rechtzeitig erfolgen. Die Planungen enthalten neben der Gestaltung mit der Rundvariante auch die Müllbeseitigung, befahrbare Wege. Die Verwaltung soll eine Gebührenkalkulation aufgrund der ermittelten Kosten erstellen. Einstimmig wurde diesem Ansinnen entsprochen.
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