Soziales Wirken verinnerlicht

Albert Krieger, Vorsitzender der Bürgerhilfe Bodenwöhr, zog eine erste Bilanz des noch jungen Vereins. Bild: Schieder
Lokales
Bodenwöhr
16.01.2015
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Es gibt sie und das ist sehr erfreulich. Ihre Arbeit kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Menschen, die Notleidenden helfen, engagieren sich in der Hammersee-Gemeinde. Ihre Bilanz vermittelt Einblicke in das soziale Wirken.

Gegründet wurde der Verein "Bürgerhilfe in der Gemeinde Bodenwöhr - helfen und helfen lassen" am 25. November 2013. Kontinuierlich haben die Verantwortlichen seitdem daran gearbeitet, alle Formalitäten so schnell wie möglich zu erledigen. Im April 2014 wurde die Bürgerhilfe dann aktiv.

Bei der ersten Jahreshauptversammlung am Mittwochabend im Brauereigasthof Jacob zeigten die Berichte der Verantwortlichen auf, was bisher alles geleistet wurde. Albert Krieger, Vorsitzender der Bürgerhilfe, freute sich über das ungebrochene Interesse, das sich in der hohen Anwesenheitszahl widerspiegelte. Den aktuellen Mitgliederstand gab er mit 44 an, die sich in drei Körperschaften, neun Familien- und 23 Einzelmitgliedschaften aufschlüsseln.

Auch gemeinnützig

Antrag zur Projektförderung, Vereinseintragung beim Registergericht, Anerkennung der Gemeinnützigkeit, Abschluss von Versicherungen zur Absicherung der Mitglieder und Helfer und Vereinshaftpflicht, Entwurf und Druck des Flyers: Viel war zu erledigen. Es gab es eine Zusammenkunft mit MdB Marianne Schieder sowie zwei Austauschtreffen mit den Bürgerhilfen im Landkreis Schwandorf und den Bürgerhilfen Bayerns in Nürnberg.

Beim Erfahrungsaustausch mit den anderen Bürgerhilfen wurde deutlich, dass die Einrichtung in Bodenwöhr eine der wenigen sei, die in Vereinshand ist, betonte Krieger. Zudem befinde sich die Kommune mit im Boot. "Wir sind in die richtige Richtung gegangen", zeigte sich der Sprecher überzeugt. Kassier Lutz Saller belegte die finanziellen Verhältnisse des Vereins. Eine ordentliche Führung der Geldgeschäfte wurde ihm von den beiden Revisoren Georg Donhauser und Gerhard Waterloo bescheinigt.

Günter Makolla, Koordinator der Bürgerhilfe, sprach von sechs Helfertreffen mit durchschnittlich 18 Teilnehmern. Genau wie sein Vorredner betonte er, dass nur Mitglieder als Helfer eingesetzt werden könnten. Bis zum Jahresende seien 51 Helfer registriert worden. Bislang seien 18 Hilfseinsätze geleistet worden, so der Sprecher weiter. Fahrdienste machten das Gros aus, ferner seien Beratungen, Hilfe im Haushalt und Unterstützung bei Formalien in Anspruch genommen worden. Angenommen habe man sich der Betreuung der Asylbewerber. Hoch aktuell seien die Sprachpatenschaften, die sehr gut laufen. Derzeit seien 17 Helfer im Einsatz. Vertrauen spiele eine wichtige Rolle. Aufgabe des Koordinators sei es auch, gegebenenfalls Profis zu rekrutieren, die einspringen.

Am 12. November übernahm die Bürgerhilfe die Betreuung der Asylbewerber. Zuvor bereits seien einige im Ort von Pfarrer Johann Trescher und Ministranten betreut worden. Die Betreuung sei nicht ganz einfach, räumte Makolla ein. Aufpassen müsse man, dass man sich nicht zu sehr einbringe. Jetzt gebe es den Fall, dass eine Familie zurückkehren müsse. "Wir müssen uns neutral halten, was das Asylrecht angeht, da wir nicht über das nötige Wissen verfügen", so Makolla.

Große Hilfsbereitschaft

Seit 18. November bestehe eine Zusammenarbeit mit der Freiwilligen-Agentur wegen des Einsatzes der Sprachpaten. Am 8. Dezember habe ein Begegnungsabend zwischen Asylbewerber, Vermietern und Nachbarn stattgefunden. Die Asylbewerber seien sehr überrascht gewesen angesichts der großen Hilfe. "Von dieser Seite kommt immer Dankbarkeit", freute sich Makolla.

Seit 19. Dezember würden regelmäßige Fahrten zur Tafel nach Schwandorf angeboten. Momentan werde dieser Dienst nur von den Asylbewerbern genutzt, richte sich aber an alle Bedürftigen. Bei den Anfragen zur Hilfe habe er acht bis zehn Ablehnungen aussprechen müssen, so der Koordinator. Da der Verein "nur" auf Gemeindegebiet tätig sei, habe man Anfragen aus den Nachbarkommunen wie Bruck, Nittenau und Neunburg vorm Wald ablehnen müssen. Eine Kooperation bestehe mit den Kliniken in Schwandorf, Burglengenfeld und Lindenlohe.
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