"Stolz, gedient zu haben"

Bürgermeister Richard Stabl (links) gratulierte zusammen mit RK-Sprecher Stefan Beil und SK-Vorsitzenden Johann Schießl (rechts) den Gründungsmitgliedern Andreas Bauer, Josef Obermeier, Dieter Reil und Franz Kayl (Zweiter bis Fünfter von links). Bild: ins
Lokales
Bodenwöhr
07.12.2015
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Die Reservistenkameradschaft (RK) feierte ihr 30-jähriges Bestehen im Gasthof Schießl. Sie hat mit einigen Problemen zu kämpfen, will sich aber "nicht verstecken"

Stefan Beil, der seit 24 Jahren die Reservisten führt, begrüßte unter anderem den SK-Vorsitzenden Johann Schießl und "Edelreservisten" Rudolf Danhauser. In einer Gedenkminute erinnert man an die verstorbenen Kameraden Ludwig Rathgeber und Max Möhle, auf deren Gräbern man vor dem Festabend eine Blumenschale niederlegte.

Bürgermeister Richard Stabl sagte, dass die Reservistenkameradschaft ein Bindeglied zu den aktiven Soldaten und zu den Paten- und Partnerkompanien der Gemeinde Bodenwöhr sei. Die Zusammenarbeit zeigt sich heute schwierig, da zwei Drittel der Partnerkompanie im Auslandseinsatz ist. Zusammengehörigkeit und Gemeinschaft stehen im Vordergrund. Das zeigen die Treffen, aber auch die Unterstützung der Gemeinde bei der Partnerarbeit zur Bundeswehr.

Bisher drei Chefs

Als Verein bilden die Reservisten seit 30 Jahren eine starke Säule. "Ich bin selbst in der Soldatenkameradschaft und fühle mich daher mit den Bodenwöhrer Reservisten verbunden", erklärte der Bürgermeister und würdigte die Arbeit der des Vorsitzenden und der Mitglieder. Er nannte unter anderem die Arbeitseinsätze auf den deutschen Soldatenfriedhof in Andilly und Dagneux in Frankreich. Er bedauert, dass das Aussetzen der Wehrpflicht den Reservisten die Basis für die Nachfolge entzieht.

Beil sprach schließlich über die Geschichte. 1985 wurde im Gasthaus Schießl-Keller die RK aus der Taufe gehoben. Chef war bis 1990 Dieter Reil, ihm folgte Andreas Bauer bis 1993 und seit 1993 leitet Stefan Beil Reservisten. Ende der 80er und Anfang der 90er Jahre war die RK besonders aktiv und siegte mehrmals bei Militärpatroullie und RK-Wettkämpfen und richtete selbst Schlauchbootrennen am Hammersee aus. 2003 wurde nach langer Pause in Bodenwöhr wieder ein Johannisfeuer entzündet.

Frauen willkommen

Beil zählte die vielen Aktivitäten auf, zu denen unter anderem Eisstockschießen, Sommerfeste und Winterwanderungen zählen. In den 30 Jahren habe sich die Gemeinschaft verändert. Von einer ehemals rein militärischen Gesinnung hin zu einer mehr gesellschaftlichen Verbindung. Gründe dafür seien das Alter der Kameraden, fehlender Nachwuchs und strukturelle Veränderung der militärischen Landschaft. Einst reine Männergruppe, sei man mittlerweile auch für Frauen offen. Beil lobte: "Ohne unsere Frauen könnten wir das Programm nicht durchziehen." Deshalb hatte er auch Präsente für die Damen.

Spärlich sei der Neuzugang zur RK. Die Abschaffung der Wehrpflicht und Standortauflösungen seien ein Teil der Misere. Viele könnten mit dem Soldatentum nichts mehr anfangen. "Doch wir verstecken uns nicht und sind stolz darauf Soldaten der Bundeswehr gewesen zu sein. Stolz darauf für unser Land und unserer Heimat gedient zu haben", so Beil. Mit einer Urkunde wurden die anwesenden Gründungsmitglieder geehrt: Andreas Bauer, Franz Kayl, Josef Obermeier und Dieter Reil.
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