Wasser unschätzbares Gut

Anschauliches Modell: Dr. Dieter Raum erklärt das Grundwassergewinnungsgebiet Neubäu und Postloher Forst anhand eines hydrologischen Blockmodells. Bild: hfz
Lokales
Bodenwöhr
13.06.2015
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"Wassererlebnis Bodenwöhrer Senke" - hinter diesem Begriff verbirgt sich ein Projekt mit besonderer Zielsetzung. Es soll das Bewusstsein für ein grundlegendes Lebensmittel schärfen. Diese Intention wird landkreisübergreifend verfolgt.

31 Informationstafeln an 17 Stationen, Modelle, Versuche: Das Wassererlebnis Bodenwöhrer Senke erstreckt sich von Schwarzenfeld bis Cham. Am gestrigen Freitag erfolgte im Hotel am See in Neubäu der Auftakt dazu.

Der Chamer Landrat und Bezirkstagspräsident Franz Löffler bekräftigte in seinem Grußwort, dass man an der Wasserversorgung aus kommunaler Hand auf jeden Fall festhalten werde. "Wenn Wasser dem freien Markt überlassen wird, wissen wir, wie das ausgeht. Da brauchen Sie nur das Thema Breitband anschauen", merkte der Redner an.

Ein dickes Lob

Das Projekt, so Löffler weiter, solle Verständnis für Zusammenhänge wecken, Fragen auf den Grund gehen und die Thematik generell durchschaubarer für den Bürger machen. 90 000 der 150 000 Euro an Fördermitteln kamen aus dem Leader-Projekt, den Rest brachten die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Bodenwöhrer Senke und ihre Partner auf. Auch der Schwandorfer Landrat Thomas Ebeling vom Landkreis Schwandorf bestätigte die gute, die Kreisgrenzen überschreitende Zusammenarbeit.

Ein dickes Lob adressierte Dr. Karl-Heinz Prösl vom Sachverständigenbüro für Grundwasser in Velden an die Wasserversorger, die ohne Druck nach vorne gegangen seien, um das Bewusstsein für Wasser zu schärfen. Herausgekommen sei ein sehenswertes Projekt. Die Oberpfalz bezeichnete der Fachmann aus geologischer Sicht als interessantesten Teil Deutschlands. Und die Bodenwöhrer Senke stelle den Mittelpunkt davon dar. Es sei daher auch nötig, sich mit ihr intensiver zu befassen.

Millionen Jahre

Die geologische Geschichte sei auf den 31 Schautafeln gut dargestellt. Auch wenn sich das Verständnis für Zeit, die bei Wasservorkommen eine entscheidende Rolle spiele, so nicht anschaulicher vermitteln lasse. Die Maßeinheit von vielen Millionen Jahren sei nun einmal schwer greifbar. Dass sieben Projektbeteiligte enger zusammengerückt seien, um auf einer Länge von 60 Kilometern zwischen Schwarzenfeld und Cham dieses Vorhaben durchzusetzen, darüber informierte Diplom-Ingenieur Johann Aschenbrenner von den Kreiswerken Cham.

Er stellte das Projekt vor, skizzierte die Themenkomplexe, von der Brunnenbohrung bis zum Oberflächenwasser, erwähnte, dass Modelle und einfache Exponate zur Veranschaulichung ebenso dazugehören. Und immer wieder betonte er den Schatz, das Wasser, das auf einer Fläche von 360 Quadratkilometern gewonnen wird, um damit die Bewohner einer Fläche von 1400 Quadratkilometern zu versorgen. Dieses Wasser müsse weder desinfiziert noch gechlort werden. Aschenbrenner verwies auch auf die Homepage (www.wasser-erlebnis.de) und einen Wettbewerb: Es geht darum, einen Namen für das auf den Plakaten immer wieder auftauchende Wassermännchen zu finden.

Eine Besonderheit

Das hydrologische Blockmodell des Grundwassergewinnungsgebietes Neubäu und Postloher Forst erläuterte Dr. Dieter Raum vom Sachverständigenbüro für Grundwasser. Es veranschaulichte im Modell einen Abschnitt von sieben mal sieben Kilometern, als wäre der aus dem Erdinnern nach draußen geholt worden. Er sprach von Urgestein, Meer und Plattenbewegung in der Erdkruste, die eine Aufschiebung bewirkt habe, wodurch eine "Grundwasserfalle" entstanden sei, die Besonderheit der Bodenwöhrer Senke.
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