Zu viel Phosphor im Wasser

Die Teilnehmer am Gewässer-Nachbarschaftstag in Bodenwöhr starteten beim Aussichtspunkt im Zentrum von Bodenwöhr zu einer Exkursion um den Hammersee und achteten dabei vor allem auf die Beschaffenheit der Uferstreifen. Bild: rid
Lokales
Bodenwöhr
18.07.2015
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"Den Algen die Nährstoffe entziehen": Auf diesen Nenner bringt Dr. Francis Foeckler die Maßnahmen zur Bekämpfung der pflanzlichen Organismen im Hammersee. Es besteht Handlungsbedarf.

Ein Jahr lang untersuchte der promovierte Biologe die Gründe für das Überangebot an Phosphor im Wasser. Beim Gewässer-Nachbarschaftstag in Bodenwöhr erläuterte der Wissenschaftler mögliche Gegenmaßnahmen. Dr. Francis Foeckler schlägt die Errichtung von Rückhaltebecken an den Zuflüssen vor, in denen sich die Feststoffe absetzen könnten. In Frage kämen auch eine Entschlammung durch Saugbagger oder chemotherapeutische Maßnahmen. Der Diplom-Biologe appellierte an die Bürgermeister, Bauhofleiter und Behördenvertreter, die naturnahe Entwicklung ökologisch intakter Gewässer zu ermöglichen.

Schutz vor "Einträgen"

Für den Nachbarschaftsberater Robert Bäumler (Neunburg vorm Wald) leisten Uferstreifen am Gewässer einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung der Lebensräume für Tiere und Pflanzen und zum Schutz vor "Einträgen aus der angrenzenden Nutzung". Der Hammersee sei ein gutes Beispiel dafür, wie wichtig Uferstreifen an den Zuläufen sind. "Jährlich auftretende Algenblüten beeinträchtigen die Badewasserqualität", machte Robert Bäumler deutlich. Ein naturnahes Gewässer werte dagegen das Landschaftsbild auf und sei ein Refugium für Mensch und Tier.

Zum Thema "Biber"

Thema des Nachbarschaftstages war auch das Spannungsfeld zwischen "dem wertvollen Beitrag des Bibers zur Ufergestaltung und den wirtschaftlichen Interessen der Land- und Teichwirte". Robert Bäumler hob die Bedeutung der Uferstreifen als Lebensraum für Pflanzen und Tiere hervor. Sie würden einen wichtigen Beitrag zur Biodiversität leisten.

Der Nachbarschaftsberater betonte: "Uferstreifen bieten Platz zur Eigenentwicklung der Gewässer, schützen es vor Einträgen aus angrenzenden Flächen und bereichern das Landschaftsbild".

Beim Rundgang ließen sich die Teilnehmer am Schafgraben und am Gleixnerbach praktische Beispiele zeigen, wie Uferstreifen als Puffer gegen Erosion und Einträge wirken können. Der Geschäftsleiter der Gemeinde Bodenwöhr, Otto Eichinger, führte die Delegation und erzählte die Entstehungsgeschichte des Hammersees.
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