Zukunft als Triebfeder

Georg Hoffmann, Vorsitzender der CSU Bodenwöhr, dankte Staatsministerin Emilia Müller für ihren Vortrag. Bild: Schieder
Lokales
Bodenwöhr
23.03.2015
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Den Dialog pflegen, auf Veränderungen angemessen reagieren und vorausschauend die entsprechenden Schwerpunkte setzen, sind richtige Weichenstellungen. Die Staatsministerin ging darauf ein. Mit der Flüchtlingsthematik als "große Unbekannte".

"Zukunft - was uns Menschen berührt": Mit diesem Thema setzte sich die Bodenwöhrer CSU in Kooperation mit dem Kreisverband auseinander. Im Fokus stand dabei das Referat von Staatsministerin Emilia Müller.

CSU-Ortsvorsitzender Georg Hoffmann betonte, dass bereits die Kinder mit sozialen Themen in Kontakt kämen. Eltern beschäftigten sich mit der Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Viele Bürger engagierten sich ehrenamtlich im Verein mit Kindern. Fragen tauchten auf zur Arbeitsfähigkeit bis 67 Jahre.

Zuwanderung

"Ein kleiner, aber feiner Kreis", meinte Hoffmann, angesichts dessen, dass viele Stühle am Freitagabend im Foyer der Hammersee-Halle leer geblieben waren. Einige von ihnen, darunter Landrat Thomas Ebeling und MdB Karl Holmeier, waren terminlich verhindert. Dem erkrankten Bürgermeister Richard Stabl wünschte Hofmann gute Besserung. Gekommen waren unter anderem CSU-Kreisvorsitzender MdL Alexander Flierl und JU-Kreisvorsitzende Bettina Lohbauer.

Emilia Müller, Staatsministerin für Arbeit und Soziales, Familie und Integration, nahm Bezug auf das Thema des Abends und betonte dabei, dass die Zukunft seit jeher Gegenstand von Spekulationen und auch Triebfeder für unser Handeln sei. Zukunft beginne immer im "Jetzt". Heute müssten die richtigen Weichen gestellt werden. Dies gelte gerade für ihr Ressort. Die Bereiche Sozial-, Familien- und Arbeitspolitik müssten mit Leben erfüllt werden. Sie erforderten gleichzeitig einen ständigen Dialog mit den Menschen sowie ein Reagieren auf Veränderungen. Breiten Raum in ihren Ausführungen nahm die Zuwanderung ein, mit der großen Zahl von Flüchtlingen und Asylsuchenden. 300 000 neu ankommende Asylbewerber seien für heuer prognostiziert, so Müller, die sogar eher mit 400 000 rechnet. Dies bereite große Sorgen.

Demografischer Wandel

"Wir mussten Einhalt gebieten", sagte sie mit Blick auf den Balkan. Leute, die wirklich Schutz benötigten, könnten sonst nicht aufgenommen werden. Im Landkreis Schwandorf seien es derzeit 558 Asylbewerber in dezentralen Unterkünften, davon 32 in Bodenwöhr und 72 in Bruck. In Bayern gelinge Integration. Die Erwerbsquote der Menschen mit Migrationshintergrund liege hier mit 75,4 Prozent deutlich über dem Bundesdurchschnitt, so Müller. Eine weitere Herausforderung stellten der demografische Wandel und die veränderten Familienstrukturen dar.

Auch die Arbeitswelt werde sich mit der Digitalisierung weiter verändern. Bayern reagiere auf diese Veränderungen, investiere mehr denn je in eine gute soziale Infrastruktur. Der Freistaat investiere 43 Prozent des Sozialhaushalts in familienpolitische Leistungen. In den Haushaltsjahren 2015 und 2016 seien es über 3,8 Milliarden Euro. Bis 2018 wolle man in Bayern eine Ganztagsgarantie für alle Schüler anbieten. Auf den Weg gebracht werden solle das Programm "selbstbestimmt älter werden".

Für Chancengleichheit

Für den Arbeitsmarkt habe man sich das Ziel gesetzt "Vollbeschäftigung bis 2018 und keine Jugendarbeitslosigkeit". Großes Potenzial liege bei den Frauen. Wirkliche Chancengleichheit werde aber nur gelingen, wenn auch ein Umdenken in der Wirtschaft beginne, so Müller. Bei der Umsetzung von Vereinbarkeit von Familie und Beruf lasse man die Unternehmen nicht allein, beispielsweise mit dem Projekt "mit Elternkompetenz gewinnen".

Weiter vorankommen wolle man auf dem Weg zur inklusiven Gesellschaft. So solle Bayern bis 2023 im öffentlichen Raum barrierefrei werden. Teilhabe könne aber nur funktionieren, wenn die Gesellschaft zusammenhalte. Auch in Bodenwöhr engagierten sich viele Menschen ehrenamtlich.
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