Zur inneren Ruhe gefunden

Erste Station der Pfarrwallfahrt war die Wallfahrtsbasilika Vierzehnheiligen, in der die Pilger eine Messe mitfeierten. Alles Wissenswerte zu dieser bedeutenden Stätte am Jakobsweg erhielten sie von P. Johannes Thum.
Lokales
Bodenwöhr
03.06.2015
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Wallfahrten tragen den Glauben hinaus und bauen Brücken. Von Bodenwöhr aus machten sich Gläubige per Bus auf den Weg nach Thüringen. Unterwegs boten sich der Pilgergruppe Beispiele gelebter Religion und eine Überraschung.

Die geistliche Leitung hatte Pfarrer Johann Trescher. Mit ihm waren es 20 Angehörige der Pfarreiengemeinschaft Bodenwöhr-Alten- und Neuenschwand, die Richtung Thüringen aufbrachen. Unterwegs mit Gott - zum Ausdruck kam dies beim gemeinschaftlichen Beten und Singen am Morgen und am Abend im Bus. Erste Station war die fränkische Wallfahrtsbasilika Vierzehnheiligen. Pfarrer Trescher zelebrierte hier die Messe vor dem Gnadenaltar. Mit angeschlossen hatte sich eine Gruppe aus Fockenfeld, Lehrer der dort ansässigen Spätberufenenschule. Im Kloster Vierzehnheiligen leben die Franziskaner. Einer von ihnen ist P. Johannes Thum, der den Oberpfälzer Gästen die Historie um den Wallfahrtsort und die Basilika mit ihren 14 Nothelfern näher brachte. Am Nachmittag trafen die Bodenwöhrer in Erfurt ein. Die auf Anhieb sympathische Stadtführerin, "die wilde Hilde", wie sie sich selber nennt, erwies sich dabei als äußerst kompetent. Eine kleine Überraschung wartete bei der Führung durch den Erfurter Dom St. Marien auf die Oberpfälzer, als sich die Führerin vorstellte.

Bruder in Nittenau

"Wie war Ihr Name?" fragten die Oberpfälzer nach. "Hörbe", lautete die Antwort. In Nittenau gibt es einen Pfarrvikar, der auch so heißt, meinten diese. "Das ist mein Bruder", lautete die Antwort. Als sehr vielseitig entpuppte sich Naumburg in Sachsen-Anhalt. Im Dom fallen die zwölf Stifterfiguren auf, die alle lebensgroß und in Kalkstein gehauen sind. Unter ihnen finden sich die bekanntesten Statuen Uta und Ekkehard.

Als besonders reisekundig erwies sich Paul Süß, der mehr als ein Busfahrer war. Er schlug einen Abstecher nach Weimar vor. Am nächsten Tag ging es nach Eisenach, wo zunächst in der Kirche St. Elisabeth eine Messe gefeiert wurde und anschließend zur Wartburg. Hier lebte die später heiliggesprochene Elisabeth, hielt sich auch der Reformator Martin Luther als "Junker Jörg" versteckt und übersetzte das Neue Testament ins Deutsche.

Weiter stand die Wallfahrtskirche "Maria Himmelfahrt" in Etzelsbach im Eichsfeld auf dem Programm. Diese abseits gelegene Kirche hatte Papst Benedikt XVI. bei seiner letzten Deutschlandreise besucht. Auch hier zelebrierte Pfarrer Trescher eine Messe. Danach ging es zur Welterbe-Stadt Quedlinburg.

Das Grauen

Auf dem Rückweg besuchte man die KZ-Gedenkstätte Buchenwald. Per Filmvorführung gewannen die Wallfahrer einen ersten Eindruck von einem der größten Konzentrationslager auf deutschem Boden. Mit einer Führung wurden sie des entsetzlichen Grauens gewahr, von dem die Arrestzellen, das Krematorium mit die Verbrennungsöfen und der Seziertisch zeugen . Draußen scharten sich die Pilger um Pfarrer Trescher zum gemeinsamen Gebet, dem sich spontan auch einige weitere Besucher anschlossen. Den Abschluss der Wallfahrt bildete ein Gottesdienst in der Wallfahrtskirche Marienweiher bei Marktleugast.
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