Viele Infos bei Bürgersammlung
Weichenstellung für die Schule

Bürgermeister Richard Stabl erläuterte die Gemeindepolitik.
Politik
Bodenwöhr
14.10.2016
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Aus den Reihen der rund 60 Teilnehmer der Bürgerversammlung kamen einige Nachfragen. Bilder: ins (2)

Schule, Bürgerzentrum, Verkehr, Wirtschaft: Bürgermeister Richard Stabl listete bei der Bürgerversammlung am Dienstag viele Themen auf. Der Diskussionsbedarf unter den 60 Teilnehmern war nach dem Vortrag überschaubar.

Gut 60 Personen fanden den Weg zur Bürgerversammlung ins Gasthaus Schießl. Bürgermeister Richard Stabl zählte in seinem fast zweistündigem Vortrag auf, was abgearbeitet oder in Angriff genommen wurde. Seit September sei nun Johann Fersch als Baufachmann bei der Gemeinde. Im Bauhof vollzieht sich ein Generationswechsel. Johann Ettl ist nun Bauhofleiter und Nachfolger von Franz Weindler.

Nach Neunburg


Die Grundschule ist derzeit in sechs Kombiklassen eingeteilt. "Wir werden aber in dieser Konstellation der Grundschule neue und andere Wege gehen müssen, um die Attraktivität unseres Standortes nicht zu verlieren", sagte Stabl. Der Gemeinderat hat im Juni beschlossen aus dem Schulverband Bruck-Bodenwöhr baldmöglichst auszuscheiden. Man will sich dem Sprengel Neunburg v. W. anschließen, was dort auch einvernehmlich gewünscht werde.

Steigende Kinderzahlen fordern auch das Personal in den Kindertagesstätten. Die Kinderkrippe sei mit 42 Kindern ausgelastet, die Planung für einen Anbau läuft. Baubeginn soll im Frühjahr 2017 sein. 2014 hat die Gemeinde für 26 Kinder 12 381 Euro "Storchenprämie" an die Familien bezahlt, 2015 für 33 Kinder 15 469 Euro. Für bisher 35 Kinder in diesem Jahr wurden 16 110 Euro fällig. Auch die Wohnungsbauprämie wird von Familien genutzt, 2016 wurden bislang 42 000 Euro ausgezahlt. Die Bürgerhilfe hat 24 Hilfseinsätze geleistet. Auch die derzeit 31 gemeldeten Asylbewerber, davon zehn Kinder, werden von der Bürgerhilfe mit betreut. Stabl dankte für den Einsatz, ebenso dem Seniorenbeirat.

Die teilweise Neugestaltung des Friedhofs wurde genehmigt und wird im Winter ausgeschrieben. In Taxöldern soll die Friedhofs-Neugestaltung 2017 umgesetzt werden. Der Gemeinderat habe sich grundsätzlich für ein Bürgerservicezentrum ausgesprochen. Favorisiert sind als Standort die Ortsmitte oder der ehemalige Forstmaschinenbetrieb. Die Entscheidung soll noch 2016 fallen. Zum Blaualgenproblem im Hammersee liegen noch keine abschließenden Ergebnisse vor. Der Pilotversuch Ultraschall zeige, dass nach pragmatischen Lösungen gesucht werde.

Mit Julia Braun wurde 2015 eine neue Tourismus-Fachkraft eingestellt. 26 182 Übernachtungen bei 10 027 Gästeankünften zählten die Vermieter mit mehr als 9 Betten. Bei Privatvermietern könne man noch einmal geschätzte 3000 Übernachtungen dazu addieren.

Neue Leitungen


Das Abwasserkataster ist im Geoinformationssystem (GIS) aufgenommen. Jetzt werden die Wasserleitungen erfasst. Dazu kommen die Straßen und Wege. Die Daten der Bauleitplanung wurden digitalisiert. Der Breitbandausbau läuft und kostet etwa 900 000 Euro. Die Wasserleitungen werden Zug um Zug erneut. Die Ursache der Druckschwankungen im Bereich Hammerwegäcker und Klause, Ludwigsheide seien nun bekannt. Es werden 400 000 Euro investiert, vom Hochbehälter Hinterrandsberg bis zur Werkstraße neue Leitungen verlegt. Ein Verkehrsgutachten soll Belastungen durch den Schwerverkehr analysieren.

Gewerbegebiet voll


Im Gewerbe- und Industriegebiet Blechhammer arbeiten bei 22 Firmen rund 500 Beschäftigte. Das Gebiet sei voll und die Gemeinde benötige weitere Flächen. Die Ansiedlung der Sortieranlage der ZMS-Tochter OVEG stehe an. Die Straße von Neuenschwand nach Kölbldorf sei in Planung. "Es hat sich gezeigt, dass durch Engagement, gegenseitige Unterstützung und gute Zusammenarbeit aller in der Gemeinde wirkenden Kräfte, beachtliche Erfolge erzielt werden können" schloss Stabl. Anfragen schlossen sich an (siehe Kasten).

Zum Thema Blaualgen fragte Franz Lamm in der Bürgerversammlung nach den Kosten gefragt. Bürgermeister Richard Stabl sagte, dass bislang rund 60 000 Euro ausgegeben wurden. Er erläuterte die verschiedenen Messarten. Es sei eine Reduzierung eingetreten, aber die Gründe für die explosionsartige Algenvermehrung im Weichselbrunner und Warbrucker Weiher seien unbekannt. Ziel sei, den ökologischen Zustand des Hammersees von früher herzustellen. Altbürgermeister Albert Bauer vertrat die Meinung, dass in jedem Ortsteil Bürgerversammlungen abgehalten werden sollten, wie in den Eingemeindungsverträgen festgehalten. Jahrzehnte nach der Gebietsreform, antwortete Stabl, könne eine Bürgerversammlung über alles informieren. Spezielle Punkte würden in den Ortsteilen erörtert.

Dieter Reil fragte, ob die 200 Tonnen Hausmüll, die täglich in Blechhammer sortiert werden sollen, "nicht stinken". Zweiter Bürgermeister Albert Krieger stellte klar, dass Sperrmüll verarbeitet werde. Albert Bauer hakte nach, warum dann ein 18 Meter hoher Kamin nötig sei. Dieser sei technisch notwendig, so Krieger. Peter Hartinger monierte, dass an der Einmündung der Straße am Hammersee in die Staatsstraße Sträucher die Sicht versperren.
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