Aschermittwochs-Gottesdienst in Bodenwöhr
Fasten ist mehr als weniger essen

Das Aschenkreuz als Symbol der Endlichkeit des Lebens und der Bußfertigkeit zeichnete Pfarrer Johann Trescher auf die Stirn jedes einzelnen Gläubigen. Bild: sir
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Bodenwöhr
12.02.2016
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Sich seiner Endlichkeit bewusst werden: Am Aschermittwoch beginnt die österliche Bußzeit mit einem Gottesdienst, in dessen Verlauf die Geistlichen Asche auf das Haupt der Kirchenbesucher zeichnen. Pfarrer Johann Trescher setzte nicht nur dieses Zeichen.

Überraschend gut besucht war dieser Gottesdienst am Nachmittag des Aschermittwochs in der Pfarrkirche St. Barbara, den Pfarrer Johann Trescher zelebrierte. Mitgebracht hatte er ein Plakat, das ein "Stop"-Schild zeigte. Viele Kinder waren unter den Gläubigen, und so gestaltete der Ortsgeistliche diese Messe kindgerecht.

Der Aschermittwoch sei so etwas wie dieses "Stop-Schild". Es heiße anhalten, um zu überdenken und dann nicht auf der Stelle zu verharren, sondern um weiterzukommen. Die österliche Bußzeit biete Anlass, eingefahrene Verhaltensweisen zu überprüfen und sich neu auszurichten auf Gott, gerade im Alltag mit sich und den Mitmenschen. Jesus habe sich dazu in die Wüste zurückgezogen und 40 Tage gefastet. Entgegen der Meinung vieler Menschen sei damit nicht gemeint, während der "Fastenzeit" das Kalorienkonto im Auge zu behalten.

Vielmehr sei es ein Reduzieren von Gewohnheiten wie übermäßiger Fernseh- und Computerkonsum, unnötiges Fahren mit dem Auto: Eben zu verzichten, um sich auf das Wesentliche im Leben zu konzentrieren, auch im Hinblick auf das eigene Lebensende. "Bedenke Mensch, dass du Staub bist und wieder zum Staub zurückkehren wirst!" Mit diesen Worten zeichnete Pfarrer Trescher das Kreuz auf die Stirn der Gläubigen und erinnerte an das irdische Ende, Zugleich sei dieses Aschenkreuz Symbol für die Bußfertigkeit. Früher seien Menschen mit einer schweren Sünde mit einem Bußgewand bekleidet und mit Asche bestreut worden. Erst am Gründonnerstag, am Tag also, wo die Eucharistie eingesetzt wurde, seien sie wieder in die Gottesdienstgemeinschaft aufgenommen worden. Die Asche stammt von den Palmzweigen vom letzten Osterfest, die nun verbrannt worden waren.
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