Dekanatsjahrestag in Bodenwöhr
Spiritueller Ausklang

"Kennen wir das nicht auch, im persönlichen Leben und im Miteinander? Man müht sich ab und leistet alles, jedoch scheinbar ohne Erfolg." Zitat: Aus der Predigt von Prof. Dr. Mirjam Schambeck
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Bodenwöhr
26.07.2016
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Es war ein prächtiges Bild am Freitagabend, als die Priester des Dekanats Schwandorf im Bistum Regensburg gemeinsam mit einer Vielzahl an Ministranten ins Gotteshaus einzogen. Bereits am Nachmittag waren sie zu ihrer nichtöffentlichen Jahreshauptversammlung ins Pfarrheim zusammengekommen.

Der Dekanatsjahrtag endete offiziell mit einem Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Barbara. Gläubige kamen nicht nur aus der Pfarreiengemeinschaft Bodenwöhr/Alten- und Neuenschwand, sondern auch aus den Pfarreien des Dekanats. Dem Dekanat gehören außer den Gastgebern noch die Pfarreien Bruck, Burglengenfeld, Dietldorf, die zahlreichen Pfarreien aus dem Bereich Schwandorf, Steinberg am See, Pirkensee, Teublitz, Wackersdorf sowie den Pfarreiengemeinschaften Katzdorf-Premberg-Münchshofen, Maxhütte-Rappenbügl, Nittenau-Fischbach an.

Bereits im Vorfeld waren die Kirchenchöre zusammengekommen, um für diesen Tag zu proben, mit Rainer Blommer an der Orgel und der Gesamtleitung von Dekanatskirchenmusiker Norbert Hintermeier. Eindrucksvoll verliehen sie dem Gottesdienst eine gewisse Spiritualität im harmonischen Zusammenklang.

Genauer hinsehen


Dekan Bischöflich Geistlicher Rat (BGR) Hans Amann hieß die Gäste willkommen. Die Predigt hielt Prof. Dr. Mirjam Schambeck, die das aktuelle Evangelium deutete. Es ging dabei um Maria Magdalena, die das Grab leer vorfand, verzweifelt weinte und auf einen Mann traf, den sie für den Gärtner hielt. Sie wandte sich um und fragte ihn, ob er wisse, wo Jesus sei. Der vermeintliche Gärtner war Jesus, den sie erst nach einem erneuten Hinwenden und vor allem erst dann erkannte, als er sie bei ihrem Namen ansprach.

Es lohne sich, einen genauen Blick auf das Evangelium und auf diese Frau zu werfen, so die Sprecherin. Die Erzählung beginne lapidar mit dem ersten beziehungsweise achten Tag, frühmorgens noch dazu. Dieser achte Tag falle aus der Reihe und toppe noch den siebten Tag. Ungewöhnliches und Ungeahntes werde hier zu Gehör gebracht, das noch verstärkt werde durch die fast beiläufige Formulierung "frühmorgens". Es sei die Zeit, in der Gott handle, in der noch alles trostlos erscheine: Doch Gottes Heilshandeln lasse nicht auf sich warten. "Wir finden sie vor dem Grab, den Blick fest auf das Verlorene gerichtet."

Die Zuversicht ist mit am Kreuz gestorben, alles war jetzt verloren", so Schambeck, die eine Parallele in die Gegenwart zog: "Kennen wir das nicht auch, im persönlichen Leben und im Miteinander? Man müht sich ab und leistet alles, jedoch scheinbar ohne Erfolg." Der Blick von Maria Magdalena sei gehalten, fixiert. Trotzdem habe sie es geschafft, sich umzuwenden. Aber diese Augen, die so an den Tod gewöhnt sind, erkennen Jesus nicht. Maria Magdalena denke in Kategorien, die es ihr nicht erlauben, zu erkennen, dass mit dem Tod nicht alles aus sei.

Neu-Priester spenden Segen


Maria Magdalena habe sich zwei Mal umwenden müssen. Sie habe verstanden, dass diese Begegnung mit dem Auferstandenen nicht im stillen Kämmerlein stattfindet. Sie sei selber zu einer geworden, die andere zum Glauben anstifte, sich auf den Weg machen. Vielleicht sei es gar nicht so zufällig, einen Dekanatstag an so einem Tag zu feiern, wo Überlegungen zur Zukunft des Glaubens eine Rolle spielen, schloss die Theologin.

Am Ende des Gottesdienstes spendeten die beiden Neupriester Florian Weindler aus Nittenau und Ulrich Eigendorf aus Teublitz den Primiz-Segen. Auf dem Kirchplatz bot sich anschließend die Gelegenheit zur Begegnung und zum Gespräch. Für das leibliche Wohl hatten Pfarrgemeinderat und Kirchenverwaltung gesorgt. Die Kirchenchöre sammelten sich noch einmal und sangen unter dem Beifall der Anwesenden noch einige Lieder.

Kennen wir das nicht auch, im persönlichen Leben und im Miteinander? Man müht sich ab und leistet alles, jedoch scheinbar ohne Erfolg.Aus der Predigt von Prof. Dr. Mirjam Schambeck
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