Katholische Erwachsenenbildung
Hilfe für Brasilien

Vermischtes
Bodenwöhr
18.02.2016
6
0

"Das Recht ströme wie Wasser": In vielen Kirchen finden sich gegenwärtig Plakate mit diesen Worten des Propheten Amos. Dieses Leitwort prägt die diesjährige Misereor-Fastenaktion. Zum "Feierabend" am Dienstag wurde das Motto erläutert.

Veranstalter waren die Katholische Erwachsenenbildung (KEB) in Kooperation mit der Arbeitsstelle Weltkirche des Bistums Regensburg sowie der Pfarrgemeinderat Bodenwöhr/Alten- und Neuenschwand mit Pfarrer Johann Trescher an der Spitze. Eva Bräuer, Bildungsreferentin der KEB, hieß auch den Sprecher der Dekanatsversammlung, Prof. Dr. Dr. Heribert Popp aus Rappenbügl, willkommen. Referent im Pfarrheim war Dr. Thomas Rigl, Leiter der Arbeitsstelle Weltkirche. Die Sorge um Recht, Gerechtigkeit und Menschenwürde stehe im Fokus der Aktion des katholischen Entwicklungshilfswerks Misereor. Im Zentrum steht dabei Brasilien, besonders das Amazonasgebiet im Nordosten und die Metropole São Paulo. Dr. Rigl berichtete von einer Reise dorthin. Er präsentierte Bilder, die die prekäre Lage dieses Landstrichs aufzeigten. "Misereor will uns aufrütteln, uns direkt ansprechen, unseren eigenen Lebensstil zu hinterfragen. Was können wir tun und vielleicht mehr tun, als wir gewohnt sind," brachte Dr. Rigl das Anliegen auf den Punkt.

Recht auf Wasser


Die Betonung der Fastenaktion liege auf "gemeinsam". Den Rahmen bilde dazu ein gemeinsames Haus mit den Partnern, dem brasilianischen Rat der christlichen Kirchen "Conic" und Misereor. Die Fastenzeit sei die Gelegenheit, Bewusstsein zu schaffen für Nachhaltigkeit und Klimaziele und auch dafür, Forderungen an die Politik zu stellen. Die Brücke bilde das gemeinsame Leitwort "Das Recht ströme wie Wasser". Misereor, "Conic" und das Menschenrechtszentrum "Centro Gaspar Garcia" in São Paulo kämpfen für das Recht auf Wohnen und auf Wasser und sanitäre Grundversorgung in der Stadt. Widerstand gibt es gegen einen geplanten Staudamm.

Die Triebfeder als drittes Element für das gemeinsame Haus heiße "Barmherzigkeit". Gerade zur österlichen Bußzeit sollen die Menschen durch das von Papst Franziskus ausgerufene "Heilige Jahr der Barmherzigkeit" besonders ermutigt werden. "Misereor" sei nicht mit "Missio" zu verwechseln, betonte Dr. Rigl. Misereor verstehe sich als Entwicklungshilfeorganisation der katholischen Kirche, die keine religiöse Ausbildung betreibe. Doch gebe es eine enge Zusammenarbeit mit kirchlichen Hilfswerken und anderen auch nichtkirchlichen Fachinstitutionen.

Staudamm verhindern


Im Mittelpunkt der aktuellen Kampagne stehe die Geschwisterlichkeit, gerade auch in Bezug auf das Recht auf Wasser und sanitäre Grundversorgung. Eine Unterschriftenaktion sowohl auf brasilianischer als auch auf deutscher Seite möchte den Bau des Staudamms am Fluss Tapajós verhindern. Die Menschen werden ermutigt, für ihre Rechte einzustehen, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. Die kirchliche Landpastoral wolle nicht Land, Saatgut und Maschinen verteilen, sondern die Menschen bei ihrem Kampf um ihr Land unterstützen, somit Hilfe zur Selbsthilfe leisten.

Hierzulande können die Menschen ein Zeichen der Solidarität setzen: Einmal mit der Unterschriftenaktion gegen den Staudamm und mit Spenden, einer Investition in Recht und Gerechtigkeit. Die Unterschriftenlisten liegen in den Kirchen auf.
Weitere Beiträge zu den Themen: KEB (19)Misereor (16)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.