Osternacht in der Pfarreiengemeinschaft
Sünder gehören zur Kirche

Liturgisch beginnt die Feier der Osternacht mit der Segnung des Feuers und dem Entzünden der Osterkerzen, wie hier vor der Pfarrkirche Bodenwöhr. Bild: sir
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Bodenwöhr
29.03.2016
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Ostern ist das wichtigste Fest der Christen, das seinen Höhepunkt in der Osternacht findet. In der Nacht von Karsamstag auf Ostersonntag entfaltet sich der Triumph über den Tod in der Auferstehung des Herrn.

Trotz der vielen Menschen in der Pfarrkirche St. Barbara herrschte Stille: Das Portal öffnete sich und in Begleitung der Ministranten trat Pfarrer Johann Trescher ins Freie, um das Osterfeuer zu segnen. An diesem neuen Feuer entzündete er die Osterkerzen, eine für die Pfarrkirche in Bodenwöhr sowie eine weitere, die in der Marienkirche in Blechhammer brennen wird. Mit den Worten "Lumen Christi", betrat der Geistliche das in Dunkelheit liegende Gotteshaus. Das Licht der Osterkerze wurde an die Menschen in den Bänken weitergereicht.

Das Licht des Herrn


Der Kirchenchor "Cho-St-Bar" gestaltete die Messe feierlich mit. Als die seit dem Karfreitag verstummten Kirchenglocken feierlich erklangen, erstrahlte die Kirche wieder in ihrem gewohnten Licht. Danach folgte eine Tauffeier, in deren Verlauf die Segnung des Wassers vollzogen wurde und die Katholiken ihr Taufversprechen erneuerten. Der Gottesdienst setzte sich mit der Eucharistiefeier fort. Pfarrer Trescher segnete die mitgebrachten Speisen. Beim Auszug erhielten die Kirchenbesucher von Mitgliedern des Pfarrgemeinderates und von Pfarrer Johann Trescher gesegnete Ostereier, verbunden mit dem Wunsch für frohe Osterfeiertage.

In der Neuenschwandner Pfarrkirche St. Bartholomäus zelebrierte Ruhestandsgeistlicher Pfarrer Georg Frank aus Nittenau die Osternachtfeier. Zudem half er in der Pfarreiengemeinschaft bei den Ostergottesdiensten in Bodenwöhr und Blechhammer aus.

"Die ersten Zeugen waren keine leichtgläubigen Visionäre", betonte Pfarrer Johann Trescher in seiner Predigt. Vielmehr prüften sie kritisch, auch Zweifel und Fragen hatten sie durchmachen müssen. Tote stehen nicht auf, Hunger, Gewalt, Suchtkrankheiten, Sinnverlust, es sei verständlich, so Pfarrer Trescher, dass manche den Schluss ziehen: "Gott ist tot". Dem Apostel Johannes, des Lieblingsjüngers von Jesus, sei aber am Ostermorgen plötzlich die Wirklichkeit aufgegangen, bei der Begegnung mit dem Auferstandenen: "Gott ist gegenwärtig. Gott will nicht den Tod der Menschen, sondern das Leben."

Wichtige Botschaft


Der Auferstehungsglaube sei die Zusammenfassung unseres Glaubens. Dieser eröffne eine neue Sicht des Lebens. Das Leid dieser Welt werde nicht verharmlost und weggeredet. "Wo gibt es sonst eine Botschaft, mit der man leben und sterben kann?", fragte Trescher. Auf Petrus sei die Kirche gegründet worden, Johannes habe ihm den Vortritt gelassen. Dies sei ein Symbol dafür, dass nicht der isolierte Einzelne zum Glauben finde. Jeder sei angewiesen auf die Gemeinschaft. Glaube sei auch immer eine Wir-Erfahrung, wie die Erfahrung der Apostel am Ostermorgen zeige. Viele hätten Schwierigkeiten mit der Kirche, übten Kritik. "Wir als Sünder gehören zur Kirche", die das Licht von Ostern überliefere, sagte der Pfarrer. Es sei Auftrag der Gläubigen, etwas sichtbar zu machen von der Freude und Hoffnung von Ostern.
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