Pfarrwallfahrt führt nach Israel
Oberpfälzer im Heiligen Land

Unter der geistlichen Leitung von Pfarrer Johann Trescher (zweite Reihe von unten, Mitte) stand die Pfarrwallfahrt in Israel. Hier hatte sich die insgesamt 40-köpfige Gruppe mit dem staatlich anerkannten Reiseführer Shibli Fawagra (vorne, rechts) vor der Grabeskirche eingefunden. Bild: sir
Vermischtes
Bodenwöhr
29.08.2016
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Für einige der Pilger bot die Pfarrwallfahrt nach Israel ein Wiedersehen. Für die anderen war es die erste Reise ins Heilige Land. Neben Pfarrer Johann Trescher brachen weitere 39 Männer und Frauen auf, sammelten Eindrücke von einem Land, das die Bibel sehr ausführlich beschreibt: Hier hat Jesus Christus gelebt und gewirkt.

Eine Reise nach Israel ist eben mehr als nur eine Aneinanderreihung von Sehenswürdigkeiten. Die Teilnehmer aus der Pfarreiengemeinschaft Bodenwöhr, Alten- und Neuenschwand, aus Bruck, Neunburg, Penting und Schwandorf bestiegen den Bus, der sie nach München brachte. Von dort ging es mit dem Flugzeug zur Zwischenlandung in Frankfurt, von da nach Tel Aviv. Reiseleiter Shibli und Busfahrer Fadi, beides Araber aus Bethlehem und Nazareth, erwarteten die Ankömmlinge und brachten sie per Bus zur ersten Unterkunft in Netanya am Mittelmeer.

Bereits am frühen Morgen hieß es "Yalla!". Dieses arabische Wort, das übersetzt "beeil dich" bedeutet, bekam die Reisegruppe immer wieder vom stets gut gelaunten und sehr kompetenten Reiseführer Shibli zu hören, den alle bald ins Herz geschlossen hatten. Denn während der achttägigen Reise sollten die Pilger so viel wie möglich nicht nur sehen, sondern auch erleben können. Nazareth mit seiner Josefs- und seiner orthodoxen Gabriels-Kirche bildete die erste Station. Weiter ging es ins nahegelegene Kana, danach nach Galiläa zum Berg der Seligpreisenden. Eine Schifffahrt über dem See Genezareth nach Tiberias bildete den Tagesabschluss.

In Tiberias bezog die Gruppe das nächste Hotel. Tags darauf ging es per Bus zum biblischen Cäsarea Philippi, zur Jordanquelle Banyas, dann entlang der syrischen Grenze über die Golanhöhen an den See Genezareth, später nach Kafarnaum. Der Berg Tabor war das Ziel am nächsten Tag. Später beschäftigte sich die Gruppe mit den Ausgrabungen von Qumran. Anschließend überzeugte sie sich beim Bad im Toten Meer davon, dass man wirklich wegen des hohen Mineralgehaltes nicht untergehen kann.

Faszinierende Orte


Nach einem Zwischenstopp in Jericho führte der Weg nach Bethlehem, wo man für die kommenden vier Nächte Quartier im Hotel nahm. Am nächsten Tag besuchten die Pilger Jerusalem. Tempelplatz, Al-Aqsa-Moschee, Felsendom faszinierten ebenso stark wie der Ölberg, die dortige Himmelfahrts-Kapelle und die Vaterunser-Kirche. Am Fuß des Berges besichtigte die Gruppe den Garten Getsemani und die Kirche der Nationen, an dem Jesus am Gründonnerstag Todesangst litt und von Judas Iskarioth verraten wurde.

Besucht wurde auch das orthodoxe Mariengrab, das Elias-Kloster, ehe es zurück in die Altstadt ging. In der belebten Via Dolorosa wurde der Kreuzweg gebetet, bevor die Gruppe die Grabeskirche erreichte. In ihr führte eine Treppe hinauf zu Kalvaria, wo das Kreuz Jesu gestanden hat. Geduld war gefragt angesichts der langen Schlange Wartender, die das Heilige Grab ebenfalls aufgesucht hatten. Am nächsten Tag ging es nach Ein Karem, in dem Johannes der Täufer geboren wurde. Johannes- und Heimsuchungskirche wurden besichtigt, anschließend das Jerusalem-Museum. In einer Höhle auf den Hirtenfeldern feierten die Pilger mit Johann Trescher eine Weihnachtsmesse.

In Jerusalem besuchten die Oberpfälzer die Kirche St. Peter in Galli Cantu, wo Jesus von Petrus drei Mal verleugnet wurde. Danach beobachteten die Pilger die Juden beim Beten an der Klagemauer, da es Sabbat war. Nach dem Abendessen brach man zu einer dreistündigen Nachtfahrt nach Jerusalem auf, kam zum Parlamentsgebäude, der Knesseth. Die Ereignisse Revue passieren ließen die Gläubigen beim Blick über den Ölberg, der in einem Lichtermeer eingetaucht war. Noch einmal ging es an die Klagemauer.

Am letzten Tag fuhr die Gruppe nach Abu Gosh, einem Ort, dem die Emmaus-Geschichte zugeordnet ist. Etwas Wehmut kam bereits in Jaffa auf. Denn bald darauf hieß es Abschied nehmen nach einer wunderschönen Reise mit vielen unvergesslichen Eindrücken. Pfarrer Johann Trescher las an den neuralgischen Punkten die entsprechenden Bibelstellen. Vor Ort dargestellt blieben bei den meisten starke Emotionen nicht aus. Reiseleiter Shibli ergänzte diese mit historischen Details. Und jeden Tag hielt der Geistliche eine heilige Messe in einer der Kirchen ab.

Nachtreffen geplant


Immer im Blick waren neben dem Land auch die Menschen aller Kulturen, die hier tagtäglich friedlich zusammenleben. Das Sicherheitsgefühl war keinen Moment gestört, und doch blieben die Probleme des Landes nicht völlig verborgen. Die acht Meter hohe Betonmauer, die Israel von Palästina trennt, ist ein Beispiel dafür. Für November ist ein Nachtreffen geplant. Beim Zeigen der Bilder werden die Erinnerungen sicher wieder geweckt.
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