Puppenbühne der Polizei Weiden zu Gast: Mit Erna und Marie gegen Trickbetrüger
Spielerische Sicherheit

Die Senioren hörten dem Vortrag der Beamten der Polizei Weiden interessiert zu. Vor allem das Puppentheater kam gut an. Bild: hfz
Vermischtes
Bodenwöhr
03.11.2016
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Drei Beamte der Puppenbühne der Polizei Weiden füllten den Gasthof Schiessl restlos. Die Tipps zur Abwehr von Trickbetrügern, zum Verhalten bei Haustürgeschäften und Kaffeefahrten zog das Publikum vor allem wegen Hauptakteurin "Erna Meier" in ihren Bann. Marita Burger, Vorsitzende der Verkehrswacht Bodenwöhr, und Markus Schlegl von der Polizei Neunburg hatten die Veranstaltung organisiert.

Mit einem Puppenspiel werden wir in unsere Kindheit zurückgeführt und schon dort hatten Puppen einen erzieherischen Auftrag. Gerade dieses ernste Thema, das jeden treffen kann, sollte nicht nur durch einen trockenen Vortrag aufgezeigt werden", sagte Burger.

Polizeioberkommissar Georg Hüttner ist der Autor des vorgetragenen Stücks "Erna - Sicherheit für Senioren". Unterstützt von seinen Kollegen Thomas Nörl und Helmut Fritsch begann das Puppenspiel im Oberpfälzer Dialekt. Immer wieder ging ein Raunen durch den Saal, wenn ein neuer Trick auf der Puppenbühne vorgestellt wurde. So kauften Erna und ihre Freundin Marie bei einer Kaffeefahrt gleich zwei Röhrchen von teueren, aber wirkungslosen Wunderpillen. Wegen einer telefonischen Mitteilung, dass sie den Hauptgewinn beim Preisausschreiben gewonnen hat - obwohl sie nie an einem teilgenommen hatte - konnte Erna die ganze Nacht nicht schlafen. Gutgläubig ließ sie die beiden Vertreter der Gewinnzentrale ins Haus und gab ihnen auch noch die geforderten 50 Euro "Bearbeitungsgebühr" für einen Besteckkasten im Wert von angeblich 1000 Euro. Das Preisschild in Höhe von 9,99 Euro entdeckte später ihre Freundin. Arglos erzählte Erna den fremden Besuchern, dass sie erst ihre Rente abgeholt hat. Kurz darauf verabschiedeten sich die beiden sehr schnell. Erst am Abend bemerkte Erna, dass das ganze Geld aus der Kommode fehlte.

Die Zuschauer nahmen die vielen Tipps der Polizisten an. Zum Beispiel, sich bei Gewinnspiel-Anrufen nicht in ein Gespräch verwickeln zu lassen, sondern den Hörer neben das Telefon zu legen. Sonst werde man "ausgequetscht von den psychologisch geschulten Anrufern, die kein 'Nein' gelten lassen und allerhand Informationen herauskitzeln", sagten die Polizisten. Die Senioren erfuhren, wie man sich beim "Enkel-Trick" oder angeblichen Gewinnen verhält. Auch der Rat, bei Werbefahrten sehr skeptisch zu sein und keine der überteuerten Sachen zu kaufen, kam an. Ein weiterer Tipp: Wenn Fremde vor der Tür stehen oder durchs Fenster spionieren, laut nach dem Mann oder dem Sohn im anderen Raum rufen - auch wenn es sie gar nicht gibt.
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