Truppenübungsplatz nun Naturschutzgebiet
Gut für Flora und Fauna

Östlich von Bodenwöhr und Bruck wurde das ehemalige Truppenübungsgelände nun zum Naturschutzgebiet erklärt, einer einzigartigen Wald- und Heidelandschaft weit und breit. Bild: sir
Vermischtes
Bodenwöhr
28.06.2016
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Die Natur erobert sich ihren Lebensraum zurück. Vor nahezu zehn Jahren wurde der militärische Betrieb auf dem Truppenübungsplatz in der Nähe von Blechhammer an der SAD 14 aufgegeben. Mit positiven Folgen: Es wachsen Pflanzen, die stark gefährdete Tierarten locken.

Bodenwöhr/Bruck. Auf reges Interesse stieß die Ausweisung des neuen Naturschutzgebietes, einer Wald- und Heidelandschaft, östlich von Bodenwöhr und Bruck gelegen. Es sei das 61. in der Oberpfalz und gleichzeitig das elfte im Naturpark Vorderer Bayerischer Wald sowie das sechste im Landkreis Schwandorf, freute sich Regierungspräsident Axel Bartelt, der sich gemeinsam mit anderen Vertretern von Behörden und Kommunen ein Bild über die Entwicklung des Naturschutzgebietes machte.

Zwei Infotafeln


Das Ausweisen eines Naturschutzgebietes sei nichts Alltägliches, betonte Bartelt. Das Wichtigste dabei sei, die Lebensräume, die immer mehr verbaut werden, neu zu schaffen, um so Rückzugsmöglichkeiten für Tiere und Pflanzen zu bieten. "Es ist unsere Aufgabe, dies zu schützen", sagte Bartelt. Zwei Tafeln weisen auf das neue Naturschutzgebiet hin und bieten Informationen, was es so besonders macht.

Beim Streifzug durch das Gebiet war sofort erkennbar, dass entlang der Wegesränder neue Pflanzen wachsen. Die Nelken-Haferschmiele und bestimmte Strauchflechten gedeihen nur auf solchen Böden. Die Kreuzotter gelte in Bayern als stark gefährdet in ihrem Bestand. Zufällig kreuzte so ein jüngeres Exemplar gerade den Weg der Gäste, die sich das Tier gerne aus der Nähe anschauten. Auch der Weiße Waldportier, ein ziemlich großer Tagfalter finde hier seine Heimat, der auch sehr gefährdet sei, genau wie die blauflügelige Ödlandschrecke. Die Heidelerche sei gar vom Aussterben bedroht. Als Bodenbrüter baut sie ihr Nest am Boden und benötigt dazu trockene, magere Sandböden.

Gebietsbetreuer Markus Kurz erläuterte, dass man die Natur sich nicht völlig überlasse. Pflege müsse auch hier stattfinden. Bestimmte Gehölze müssen geschnitten werden, damit die Tiere weiterhin ihre Freiflächen zur Verfügung haben. Tino Gmach von der Forstfachschule in Neunburg ergänzte, dass man 2014 in Kooperation mit der Behinderteneinrichtung in Reichenbach und den Forstazubis ein Inklusions-Projekt zur Pflege dieser Fläche und damit zum Artenschutz gestartet habe. Das habe sich als voller Erfolg entpuppt. Das 283 Hektar große Gebiet zähle zu den größten Naturschutzgebieten im Bezirk.

Dank an Politiker


Botaniker Rainer Woschée erläuterte die Besonderheit von Strauchflechten, die aus Algen und Pilzen bestehen. Es seien somit zwei Lebensformen, die hier vereint seien. Leitender Regierungsdirektor Norbert Dirscherl dankte den beiden Bürgermeistern Richard Stabl (Bodenwöhr) und Hans Frankl (Bruck) sowie Landrat Thomas Ebeling für die Zustimmung, dieses Gebiet zum Naturschutzgebiet auszuweisen, das auch weiterhin betreten werden könne.
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